US-Wahlen: Klassischer Redner

5. November 2008, 20:04
25 Postings

Was immer die USA und die Welt mit Barack Obama bekommen - auf jeden Fall einen Redner von Weltklasseformat

Was immer die USA und die Welt mit Barack Obama bekommen - auf jeden Fall einen Redner von Weltklasseformat. Auch hier eine Erlösung nach der Folter, die George W. Bush der englischen Sprache angetan hat, und angesichts des rhetorischen Niveaus etwa von Sarkozy, Brown, Merkel oder gar Putin. In seiner Siegesrede verwendete Obama übrigens gleich ein halbes Dutzend Mal Zitate oder Anklänge an historische Redner.

Er verwob Abraham Lincolns government of the people, by the people, for the people mit Anklängen an Churchills I have nothing to offer but blood, toil, tears and sweat, mit der eigenen Ankündigung eines "langen Weges und steilen Aufstiegs"; er streifte Franklin D. Roosevelts Ermutigung We have nothing to fear but fear itself und er beantwortete Martin Luther Kings We shall overcome mit dem eigenen "Yes, we can!"

Der Mann hat seine rhetorischen Vorbilder gut gewählt; sie gehören zu den größten Rednern der Geschichte. Ihre Anlässe waren allerdings Bürgerkrieg, Zweiter Weltkrieg, Weltwirtschaftskrise und Rassenkrieg. Lasset uns hoffen, dass der neue US-Präsident seine Rhetorik für weniger Dramatisches verwenden kann. (Hans Rauscher/DER STANDARD, Printausgabe, 06.11.2008)

Share if you care.