Gault Millau findet Wien Spitze

5. November 2008, 19:55
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Palais Coburg und Steirereck haben nun auch vier Hauben - Gerer wird Restaurant-Berater

Wien - Geht es nach dem Restaurantführer Gault Millau (GM), dann müssen Wiener nicht mehr in die Bundesländer reisen, um zu erfahren, wie es an der Spitze der heimischen Restaurantlandschaft schmeckt. In der Mittwoch präsentierten Edition für 2009 wurden mit Christian Petz (Coburg) und Heinz Reitbauer (Steirereck) zwei Wiener Köche mit der Höchstnote (vier Hauben, 19/20 Punkte) bewertet. Die anderen Top-Chefs (Johanna Maier, Gebrüder Obauer und Walter Eselböck) bekamen, wie bisher, ebenfalls vier Hauben aufgesetzt - obwohl etwa Eselböck vom Taubenkobel (Bgld.) auch eine Rute ins Fenster gestellt wurde: "Was ist bloß los mit Walter Eselböck", sorgen sich die Verfasser der Gourmetbibel. Wiewohl nach wie vor vieles von "hohem Können" zeuge, sei auffällig, dass der Meister "eine Schwächephase durchlaufe" - für die Höchstnote reichte es dann dennoch. Auch sonst attestierten die Tester den heimischen Lokalen durchaus "internationales Niveau".

Lob gab es für Konstantin Filippou, den vor zwei Jahren im GM noch arg zerzausten Koch des Novelli in Wien: Mit 16/20 (bisher 14) und zwei Hauben ist ihm "der Knopf aufgegangen", seine baskisch inspirierte Küchenlinie wurde als "zukunftsweisend" erkannt.

Zwei Hauben für das neue Artner am Franziskanerplatz

Von null auf zwei Hauben kochte Max Aichinger das neu eröffnete Artner am Franziskanerplatz, die 15/20 Punkte fielen nur deshalb nicht höher aus, weil ansonsten "Übermut" zu befürchten gewesen wäre, so GM. Auch zwei Hauben setzte es für den jungen Max Stiegl von "Gut Purbach" am Neusiedler See, der bereits von Wolfram Siebeck in der Zeit für seinen Umgang mit Innereien gelobt wurde. Laut GM kocht er gar im "besten Wirtshaus weit und breit".

Toni Mörwalds "Toni M." in Feuersbrunn (NÖ) gibt es zwar schon länger, die GM-Tester schafften es aber erst heuer, vorbeizuschauen. Sie erspähten "ein Labsal im konturlosen Brei der umliegenden Straßendörfer" (sic!) und vergaben zwei Hauben. Auch der Ex-Sacher-Koch Hans-Peter Fink darf sich im "Haberl" (Ilz, Stmk.) über zwei Hauben freuen.

Von zwei auf drei Hauben aufgewertet wurden das steirische Saziani, die Kellerwand in Kärnten, das Kloster Und in Krems und der Tennerhof in Kitzbühel.

Abgewertet unter anderem: Kurz, Goldene Zeiten und Le Ciel in Wien, Ikarus in Salzburg und Hexensitz in Hinterbrühl - jenes Lokal, in dem ab sofort Ex-Korso-Chef Reinhard Gerer als Berater fungiert und gleich die (fast) komplette Mannschaft des Korso hinvermittelt hat. Bericht demnächst im RONDO! (Severin Corti; DER STANDARD, Print-Ausgabe, 6.11.2008)

 

 

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    foto: derstandard.at
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