Grünewald: Administrative Probleme mit Studiengebühren lösbar

5. November 2008, 15:54
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Studenten sollen die für die Befreiung nötigen Unterlagen zur Verfügung zu stellen - ÖVP-Wissenschaftssprecherin: Personal-ressourcen werden andernorts fehlen

Wien - Kurt Grünewald, Wissenschaftssprecher der Grünen, kann die Angst der Rektorenkonferenz uniko vor "chaotischen Zuständen" wegen der kurz vor der Nationalratswahl beschlossenen Ausnahmebestimmungen für Studiengebühren nicht nachvollziehen. "Im Zeitalter der Informationstechnologie" sollten die Unis feststellen können, welche Studenten die Mindeststudienzeit um zwei Semester überschritten haben. Studenten mit Anspruch auf Gebührenbefreiung sei es "durchaus zuzumuten", dass sie den Unis die nötigen Unterlagen zur Verfügung stellen, so Grünewald am Mittwoch in einer Aussendung. "Hier gangbare und bürokratisch bewältigbare Lösungen zu finden, sollte weder dem zuständigen Ressort noch den Universitäten unmöglich sein", so Grünewald.

Mehr Augenmerk auf Verbesserungen

Er wünscht sich außerdem mehr Augenmerk auf die beschlossene Verbesserung der finanziellen Situation der Universitäten und Fachhochschulen. Immerhin sei der Ausstieg aus den Studiengebühren mit dem völligen und additiven Ersatz dieser Einnahmensausfälle für die Universitäten verknüpft. Gleichzeitig sei die Anhebung des Universitätsbudgets auf 2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts bis 2020, der möglichst rasche Abschluss eines Kollektivvertrag für die Uni-Angestellten und verbesserte Betreuungsverhältnisse für Studierende beschlossen worden. "Weshalb kämpfen sie (die Universitäten, Anm.) dann nicht dafür, dass auch diese parlamentarischen Initiativen ehest möglich Wirklichkeit werden?" zeigte sich Grünewald verwundert.

"Herzlose Ausnahmeregelungen"

Verständnis für die Befürchtungen äußerte die designierte ÖVP-Wissenschaftssprecherin Beatrix Karl in einer Aussendung. Die Ausnahmeregelungen seien herzlos und verursachten einen zusätzlichen Verwaltungsaufwand. "Für diese zusätzlichen Bürokratieaufwendungen müssen bestehende Personalressourcen hergenommen, die andernorts massiv fehlen werden", befürchtet Karl. Es drohe "ein enormer Qualitätsverlust mit fatalen Folgen für Forschung und Wissenschaft". (APA)

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