Azure: Was steckt hinter Microsofts Wolke?

5. November 2008, 14:24
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"Was ist Azure?" Diese Frage stellen sich selbst Microsoft-Kenner - das Unternehmen muss einige Aufklärungsarbeit leisten

Neben Windows 7 hat Microsoft auf der vergangenen Professional Delevopers Conference mit Azure seine Vorstellung von Cloud Computing präsentiert. Dabei handelt es sich um den Ansatz Software nicht mehr direkt am Rechner zu installieren, sondern über das Web zu nutzen. Die Applikationen laufen bei Azure in den Rechenzentren von Microsoft. Doch was Azure im Detail ist und kann, ist selbst für Microsoft-Kenner noch schwer zu fassen.

Plattform für die Cloud

Die Komplexität des Themas sei nur schwer zu fassen und Microsoft habe auf der Konferenz keine sehr gute Arbeit geleistet, um Azure näher zu erklären, so Windows-Kenner Paul Thurrot. Grundsätzlich sollen Entwickler damit ohne größere Vorarbeit ihre Applikationen in die Azure-Wolke bringen können. Im Gegensatz zu anderen Cloud Computing-Ansätzen wie etwa von Amazon oder Google stelle Microsoft nicht nur die Infrastruktur zur Verfügung. Mit Azure sei bereits die Basisarbeit geleistet. So erklärte es Andreas Ebert, früherer Österreich-Geschäftsführer und heutiger Regional Technology Officer bei Microsoft, im Gespräch mit dem WebStandard.

Verwirrung über Online-Services

Für Thurrot sei jedoch verwirrend, dass Microsoft bereits Online Services betreibt und hierbei nicht klar sei, wie diese mit Azure zusammenspielen sollen. Azure bilde die Basis für Technologien wie die .NET Services, SQL Services und die Live Services, wie Microsoft in einem Diagramm darstellt. Bei letzterem handle es sich um Dienste zum Umgang mit Nutzer-Daten und Applikations-Ressourcen. Für diese Live Services stehe das neue Entwickler-Framework "Live Framework" zur Verfügung. Unklar sei für Thurrot wo hier die unterschiedlichen bereits bestehenden Live Services, Live Mesh und Live FolderShare, Office Live Work Space, Office Live Small Business oder Microsoft Online Serices (MOS) hineinpassen.

Azure = Betriebssystem + Services

Möglicherweise etwas mehr Licht ins Dunkel bringt Unternehmenskennerin Mary Jo Foley. Nach ihrem Verständnis setze sich die Azure Cloud aus dem Betriebssystem Azure und den Services (.NET, SQL Services usw.) zusammen. Diese Komponenten würden die Grundlage für das Hosting der Applikationen bilden. Microsoft stelle hier etwa SharePoint Online, Exchange Online, Dynamics CRM Online zur Verfügung. Andere Anwendungen sollen von Drittanbieter entwickelt werden. Microsoft will in Zukunft jedenfalls alle eigenen Unternehmensapplikationen in die Wolke bringen.

Noch viele Fragen offen

Die Ankündigung einer weiteren PDC im kommenden Jahr deute laut Thurrot darauf hin, dass sich Azure im nächsten Jahr rasch entwickeln werde. Für ihn seien jednefalls noch viele Fragen offen. Microsoft wird bis dahin noch einige Arbeit leisten müssen, Azure nicht nur den Entwicklern zu erklären, sondern auch den Usern. (br)

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