Computerspiel-Verkäufe überholen Musik und Videos

5. November 2008, 13:53
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Games entwickeln sich zum umsatzstärksten Unterhaltungsmedium

Die Computerspiel-Verkaufszahlen werden in Großbritannien dieses Jahr voraussichtlich erstmals die Bereiche Musik und Videos überholen. Laut einer aktuellen Prognose von Verdict Research entwickeln sich Games derzeit zum beliebtesten Unterhaltungsmedium. Die Experten gehen davon aus, dass 2008 die Ausgaben für Videospiele bei den Briten um rund 42 Prozent ansteigen und damit die Verkaufszahlen von Musik und Video in den Schatten stellen werden. In den vergangenen fünf Jahren hat sich der Computerspielmarkt mehr als verdoppelt, während der Bereich Musik stagnierte.

Deutschland

Auch in Deutschland zeichnen sich ähnliche Entwicklungen ab, wie zum Beispiel jüngste Prognosen von PricewaterhouseCoopers belegen. Der gesamten Medienbranche wird eine Wachstumsflaute vorhergesagt, doch die Bereiche Internet und insbesondere Games sollen weiterhin stark zulegen und als Umsatzmotoren fungieren. Der Musik- und Videomarkt leidet vor allem unter dem Onlineboom. "Diese Bereiche sind nicht nur von einem abgeschwächten Wachstum, sondern von der massiven Ausgabenverlagerung ins Internet", sagt Malcolm Pinkerton von Verdict Research gegenüber BBC Online. Es habe eher der Online-Verkauf von CDs und DVDs zugenommen, während digitale Downloads bislang nur vier Prozent der gesamten Musik- und Videoverkäufe ausmachen.

Wachstumsschub trotz Finanzkrise

Im Gegensatz verzeichneten die Games-Verkäufe trotz Finanzkrise einen wahren Wachstumsschub, was nicht zuletzt auf den Trend zu massentauglichen Spielen zurückzuführen ist. Wirtschaftliche Turbulenzen habe der Videospielmarkt bislang nicht zu spüren bekommen, bestätigt auch media control auf Nachfrage von pressetext. Künftige Auswirkungen seien derzeit aber noch schwer einschätzbar. In Großbritannien warnen einige Händler zumindest davor, den Verdict-Bericht zu positiv zu interpretieren.

Übertrieben

"Es gibt keinen Zweifel, dass der Games-Sektor ein fantastisches Jahr verbucht", sagt Steve Redmond von der britischen Entertainment Retailers Association (ERA). Allerdings seien diese Zahlen etwas übertrieben, weil sie auch Hardware-Verkäufe beinhalteten. Die ERA geht davon aus, dass die Videospiele zwar den Bereich Video in diesem Jahr noch überholen werden. Stärker als Musik und Video zusammen werde sich der Games-Markt aber nicht entwickeln. (pte)

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