AK-Wahl: ÖVP schickt Tamandl gegen Tumpel ins Rennen

5. November 2008, 13:50
12 Postings

Wird Spitzenkandidatin der Fraktion ÖAAB-Christliche Gewerkschaft als Nachfolgerin von Alfred Gajdosik

Wien - Die ehemaliger ÖVP-Nationalratsabgeordnete Gabriele Tamandl wird Spitzenkandidatin der Fraktion ÖAAB-Christliche Gewerkschafter bei der Wiener Arbeiterkammerwahl im Mai nächsten Jahres. Sie folgt damit dem noch amtierenden Fraktionschef Alfred Gajdosik. Ihr wichtigstes Ziel, so betonte sie in einer Pressekonferenz am Mittwoch, sei, dafür zu sorgen, dass die Fraktion Sozialdemokratischer Gewerkschafter (FSG) ihre absolute Mehrheit verliere.

"Ich nehme mir vor, der FSG-Fraktion den Kampf anzusagen", erklärte Tamandl. Wobei sie vor allem an der Rolle des Wiener AK-Präsidenten Herbert Tumpel - der zugleich Präsident der Bundesarbeitskammer ist - kein gutes Haar ließ. Dieser habe die Bundesregierung immer wieder angegriffen und Forderungen gestellt. Dabei habe es aber keine Kritik an Ressorts gegeben, die von der SPÖ geführt würden. "Das kann nicht sein", befand Tamandl.

Keine Parteipolitik

"Arbeiterkammer ist Interessenspolitik, aber ich erwarte mir nicht, dass sie Parteipolitik macht", so die schwarze Spitzenkandidatin. So hätte es etwa auch genug Möglichkeiten gegeben, die Stadt Wien zu kritisieren, etwa im Bereich der Gebühren und Tarife.

Zudem sei Tumpel keiner, der "nicht schon einmal negativ aufgefallen ist". Er habe sich nicht immer mit Ruhm bekleckert: "Nehmen wir etwa die ganze Sache mit der BAWAG." Tumpel war von 1987 bis zu seinem Amtsantritt in der AK 1997 Aufsichtsratschef der BAWAG.

Mandat im Nationalrat

Tamandl wird laut eigenen Angaben wieder ein Mandat im Nationalrat erhalten, falls die ÖVP in die Regierung geht. Dieses werde sie annehmen, kündigte sie heute an. In Sachen Arbeiterkammer strebt sie die Position der Vizepräsidentin an, wozu jedoch Stimmenzuwächse nötig sind. Denn derzeit gebührt sowohl das Amt des Wiener AK-Präsidenten als auch jenes des Vizepräsidenten der FSG.

Dass der Wiener AK-Präsident zugleich auch jener der Bundes-AK ist, stellt die ÖVP übrigens in Frage. Dies sei "vielleicht zu überdenken", meinte Tamandl. Der noch amtierende Fraktionschef Alfred Gajdosik betonte, er könne sich vorstellen, dass es neben den neun Länderpräsidenten überhaupt einen eigenen Arbeiterkammerpräsidenten gibt. Doch auch ein System der abwechselnden Amtsführung sei denkbar, so Gajdosik.

"Frischer Wind" in der Wiener Arbeiterkammer

Wiens ÖAAB-Chef Matthias Tschirf dankte dem scheidenden AK-Funktionär für seine langjährige Tätigkeit - und zeigte sich überzeugt, dass mit Tamandl ein "frischer Wind" in der Wiener Arbeiterkammer wehen werde. (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Gabriele Tamandl: "Ich nehme mir vor, der FSG-Fraktion den Kampf anzusagen."

Share if you care.