"Keine Panik", aber Finanzkrise verdirbt Werbern die Laune

5. November 2008, 13:37
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Gegenüber Juli, also quasi noch vor der vollen Finanzkrise, schwand der Optimismus doch deutlich - Kammer erinnert Koalition an Werbesteuer

"Die Stimmung ist gedämpft, aber nicht schlecht", liest Peter Drössler, Fachverbandschef für Werbung, aus dem jüngsten Branchenkonjunkturbarometer, einer Onlineumfrage von marketagent. Und schließt: "Keine Panik in der Werbewirtschaft." Aber gegenüber Juli, also quasi noch vor der vollen Finanzkrise, schwand der Optimismus doch deutlich.

Also appellierte Fachverbandschef Drössler wieder an SPÖ und ÖVP, bei den Regierungsverhandlungen die Abschaffung der Werbesteuer nicht zu vergessen. Würde 110 Millionen Euro an Steuern kosten, aber Österreichs Wirtschaftsleistung um 130 Millionen erhöhen und 650 Arbeitsplätze schaffen, schätzt der Kämmerer.

"Zur Stunde" verhandelten Josef Cap (SPÖ) und Johannes Hahn (ÖVP), sagte Drössler am Mittwoch. Nach Infos des STANDARD verhandelten sie über Medienfragen schon am Dienstag. Die Werbesteuer dürfte dabei nicht im Vordergrund gestanden sein.

Gewichtigstes Thema war bei der ersten Verhandlungsrunde der ORF. Die SPÖ stützt die Forderung des ORF, die Republik möge der Anstalt die Gebührenbefreiungen abgelten. Kostenpunkt laut ORF: rund 57 Millionen Euro jährlich.

ORF soll sparen

Allerdings soll selbst der als vehementer ORF-Verteidiger bekannte Cap als Bedingung genannt haben, dass der Küniglberg nachhaltig an seinen Strukturen spart. Einen "Sanierungsfall" ORF, von dem ein VP-Mann im STANDARD gesprochen hatte, soll Cap aber entschieden zurückgewiesen haben. Cap stellt sich offenbar demonstrativ hinter Alexander Wrabetz als ORF-Chef.

20 Millionen Euro Förderung für privates Radio und TV könnten sich laut Verhandlern ausgehen. 

Inwieweit eine neue Medienbehörde den ORF kontrollieren soll, trennt ÖVP und SPÖ. Die EU-Kommission ist wie die ÖVP dafür. DER STANDARD berichtete Mittwoch über den Brüsseler Entwurf, hier nachzulesen. (Harald Fidler, DER STANDARD; Printausgabe, 6.11.2008)

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