Hochbegabung: Herausforderung für Eltern, Lehrer und Mentoren

5. November 2008, 13:52
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Kongress in Salzburg stellt die "Begabtenförderer" in den Mittelpunkt - Sensibilisierung der Lehrer, um besondere Talente zu erkennen

Salzburg - Damit Kinder mit ihren besonderen Begabungen erkannt und gefördert werden können, braucht es nicht zwingend einen Intelligenztest, sondern qualifizierte Pädagogen, die die leistungsrelevanten Faktoren erkennen und in ihrer Arbeit mit den Schülern berücksichtigen können. Das Österreichische Zentrum für Begabtenförderung und Begabungsforschung (özbf) widmet seinen diesjährigen Kongress deshalb jenen Menschen, die das Umfeld von besonders talentierten Kindern und Jugendlichen bilden: Eltern, Lehrern, Erziehern und Mentoren.

Förderer brauchen Unterstützung

"Begabt - begabend - verausgabt? Begabte(n)förderer im Lichte vielfältiger Herausforderungen" lautet das Thema der Veranstaltung, die von morgen, Donnerstag, bis Samstag in Salzburg stattfindet und zu der rund 600 Pädagogen aus dem gesamten deutschsprachigen Raum erwartet werden.

Wer begabte Kinder und Jugendliche erfolgreich fördern will, müsse auch die Förderer unterstützen, betonte Waltraud Rosner, Leiterin des özbf, im Gespräch mit der APA. Dabei komme es sehr stark auf die Professionalisierung an. Deshalb sollte in der Aus- und Weiterbildung von Pädagogen ein Fokus auf die Begabtenförderung gelegt werden. Es gehe dabei um die Sensibilisierung von Lehrern und Erziehern, besondere Talente zu erkennen.

Positive Einstellung der Lehrer wichtig

Außerdem bräuchten die Pädagogen entsprechende Werkzeuge, um die Kinder und Jugendlichen individuell zu fordern. "Das Schlimmste wäre es, den Schülern einfach nur mehr vom Gleichen vorzusetzen", weiß Rosner. Die Lehrer müssten den begabten Kindern Möglichkeiten bieten, stärker in die Tiefe zu gehen, eigenständig Projekte zu bearbeiten und komplexe Aufgaben zu lösen. Wichtig sei auch eine die Begabungen fördernde innere Haltung der Pädagogen, weiß Rosner.

Studien haben ergeben, dass hochbegabte Kinder ganz konkrete Erwartungen an ihr Umfeld haben: Die Lehrer sollten hohes Fachwissen haben und dieses mit Enthusiasmus vermitteln, sie sollten neue Denkansätze unterstützen und auf die individuellen Bedürfnisse ihrer Schüler eingehen. Das wichtigste ist aber, dass sie eine positive Einstellung gegenüber hochbegabten Schülern haben, fasste Rosner die Studienergebnisse zusammen. Im Unterricht wollen diese Kinder eine leistungsorientierte Umgebung, intellektuelle Herausforderungen, nicht zu enge Aufgabenstellungen und eine Vertiefung bei den einzelnen Inhalten. (APA)

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