Blauzungenkrankheit erstmals in Österreich: Rind in Schärding betroffen

5. November 2008, 13:18
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150-Kilometer-Schutzzone für drei Jahre - Gesundheitsministerin Andrea Kdolsky beruhigt: Virus für Menschen keine Gefahr - Viruserkrankung wird durch Stechmücken übertragen

Linz- In Österreich ist erstmals ein Fall von Blauzungenkrankheit aufgetreten: Bei einem Rind aus dem Bezirk Schärding in Oberösterreich habe die Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (Ages) das Virus festgestellt, gab Gesundheitsministerin Andrea Kdolsky (VP) am Mittwoch bekannt. Seuchengefahr bestehe aber keine, hieß es aus dem Büro der oberösterreichischen Gesundheitslandesrätin Silvia Stöger (SP).

Tier hat Chance auf Gesundung

Das Tier trage zwar das Virus in sich, sei aber nicht erkrankt, und die Chance einer Gesundung sehr groß. Eine Weitergabe von Rind zu Rind werde zudem ausgeschlossen, eine Übertragung könne nur durch Stechmücken erfolgen. Als Konsequenz verstärke man aber das Überwachungsprogramm, so das Büro Stöger.

150 Kilometer Schutz- und Kontrollzone

Die Blauzungen-Bekämpfungsverordnung sieht laut Ministerium die Errichtung einer Schutz- und Kontrollzone im Umkreis von 150 Kilometern vor. Nach dem erstmaligen Auftreten der Blauzungenkrankheit in Österreich bleibt die 150-Kilometer-Schutzzone vorerst für drei Jahre aufrecht. Darüber hinaus soll in Oberösterreich voraussichtlich ab Dezember prophylaktisch geimpft werden. In Tirol und Vorarlberg gibt es bereits seit Juli dieses Jahres verpflichtende Schutzimpfungen, nachdem in den Nachbarstaaten Österreichs 2006 und 2007 die Krankheit aufgetreten war. Bis Ende März 2009 ist eine flächendeckende Schutzimpfung auch außerhalb der Schutz-und Kontrollzone geplant.


Die Blauzungenkrankheit ist eine Viruserkrankung und wird durch das Bluetongue-(BT)-Virus verursacht, das von Stechmücken übertragen wird. Erkranken können Rinder, Schafe, Ziegen und wildlebende Wiederkäuer. Für den Menschen besteht keine Gefahr. Allerdings sind Auswirkungen auf die Milch- und Fleischwirtschaft und Viehhandel zu erwarten, da es durch die Krankheit zu Leistungsminderung und Fruchtbarkeitsstörungen kommt. (APA)

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