Ski Amade investiert Rekordsumme

5. November 2008, 13:00
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Trotz internationaler Finanzkrise rechnet Österreichs größte Skiregion mit bis zu 6,5 Millionen Nächtigungen, die Tickets werden teurer

Wien - Die größte heimische Skiregion Ski Amade ist für den bevorstehenden Winter gerüstet und blickt der Saison trotz Finanzmarktkrise optimistisch entgegen. Heuer haben die 22 Mitgliedsgesellschaften des Fünf-Regionen-Verbandes 70,6 Mio. Euro in Infrastruktur, Komfort und Beschneiung investiert. Das sei "mehr als je zuvor", sagte der neue Ski Amade-Präsident, Rudolf Egger, am Mittwoch vor Journalisten in Wien. Zu Ski Amade gehören die Salzburger Sportwelt, Schladming-Dachstein, Gastein, Hochkönig und das Großarltal.

Das Rekordergebnis von 2007/08 könne in der kommenden Wintersaison zwar nicht erreicht werden, dennoch rechnet Egger mit 6,4 bis 6,5 Millionen Nächtigungen nach 6,9 Millionen im Vorjahr. Das entspreche dem Schnitt der vergangenen fünf Jahre. Die steigenden Kosten wird die Skiregion in 3,8 Prozent teureren Kartenpreisen an die Gäste weitergeben, auch wenn Ski Amade die Teuerungenen damit nicht abdeckt.

Knapp die Hälfte der aufgewendeten Geldmittel ist heuer in den Bau neuer Bahnen und Lifte investiert worden. 16,8 Mio. Euro wurden in neue Parkmöglichkeiten, Fuhrparkerweiterungen, neue Pistengeräte und Komfortverbesserungen gesteckt. Die Beschneiung haben sich die fünf Regionen 15,4 Mio. Euro an Investitionen kosten lassen. Im vergangenen Winter steckte Ski Amade noch 40 Mio. Euro in neue Beschneiungssysteme.

Investitions-Plus

In den vergangenen Jahren hat Ski Amade die Investitionen kontinuierlich gesteigert. Auch in Zukunft wolle man weiter Geld in die Hand nehmen, aber nicht mehr in einem solchen Ausmaß wie heuer, hieß es heute. Die Ski-Weltmeisterschaft 2013, für die Schladming den Zuschlag als Austragungsort erhalten hat, werde aber einen kräftigen Investitionsschub bringen.

Die Erwartungen für die kurz bevorstehende Wintersaison sind "ein bisschen gedämpft, aber durchaus positiv", sagte der Ski Amade-Präsident. Diese Saison werde nicht so "kompakt" wie die letzte - der späte Ostertermin (Ostersonntag ist der 12. April) und der spürbare Trend zu Kurzurlauben werde sich bemerkbar machen. Dennoch sieht Egger im Trend zu Kurzurlauben eine Chance: Durch entsprechende Angebote und Events könne Ski Amade diese Entwicklung für sich nutzen. Außerdem seien Kurzurlauber "Wiederholungstäter", glaubt Egger. Diese würden auch zwei- oder dreimal in der Saison kommen.

Dass die Menschen wegen der Konjunkturabschwächung keinen Skiurlaub mehr machen, glaubt Egger nicht. "Auf den Urlaub will man ja doch nicht verzichten." Die Buchungslage sei auf einem hohen Stand, auch bei den Tagesgästen aus der Umgebung werde es keinen Einbruch geben.

Zustrom aus CEE-Ländern

In der vergangenen Wintersaison 2007/08 haben 25 Prozent mehr Gäste aus Zentral- und Osteuropa in der Skiregion Ski Amade Urlaub gemacht. Mit mehr als 710.000 Nächtigungen haben Skiurlauber aus den CEE-Ländern damit erstmals den Benelux-Markt (630.000 Nächtigungen) von Platz drei verdrängt. Auch heuer rechnet Ski-Amade-Präsident Rudolf Egger mit "deutlichen Zuwächsen" - vor allem bei Gästen aus Tschechien und Rumänien, sagte er heute in Wien vor Journalisten. Der Großteil der Skitouristen kommt nach wie vor aus Deutschland und Österreich.

Im Vorjahr haben 8,1 Prozent mehr Deutsche und 7,4 Prozent mehr Österreicher in der Skiregion übernachtet als noch im Winter 2006/07. In der bevorstehenden Wintersaison geht Ski Amade von einer stabilen Entwicklung dieser Länder aus, hieß es heute. Überdurchschnittlich gut werde sich der skandinavische Markt entwickeln. Im Winter 2007/08 haben 480.000 skandinavische Gäste in der Region übernachtet, das entsprach einem Plus von 9,1 Prozent gegenüber dem Jahr davor.

Negativ haben sich in der vergangenen Wintersaison die Gästezahlen aus Großbritannien entwickelt. Gegenüber 2006/07 sind diese um 5,5 Prozent zurückgegangen. "Nach den starken Zuwächsen der vergangenen Jahre hat sich dieser Markt konsolidiert. Vor allem weil Flugkapazitäten in Richtung des Flughafens Salzburg nicht mehr so dynamisch ausgebaut werden", erklärte Ski-Amade-Managing-Director Christoph Eisinger den Rückgang der englischen Skitouristen. (APA)

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