Massen-Speichel-Test soll Mörder entlarven: 5.000 deutsche Senioren vorgeladen

5. November 2008, 12:20
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Deutsche Fahnder wollen zwei Mordfälle aus den 60er und 70er Jahren lösen - Täter dürfte auch DJ Ötzi mit Mord gedroht haben

rankfurt/Main - Deutsche Fahnder wollen endlich zwei Mordfälle klären. Sicher ist, dass der Mann, der 1962 ein Mädchen und 1970 eine Prostituierte brutal ermordete, inzwischen das Pensionsalter erreicht hat. Aus diesem Grund wird der Mann auch "Mörder-Opa" genannt. Statt aber einfach zu hoffen, dass ihm die Ermittler auch in den letzten Lebensjahren nicht mehr auf die Schliche kommen, spielt der Mann mit der Polizei Katz und Maus. Seit 2005 schickt er Polizeidienststellen in ganz Deutschland Briefe und bezichtigt sich darin der beiden Morde. Jetzt soll der Unbekannte endlich entlarvt werden - mit einem Massenspeicheltest unter 5.000 Senioren im saarländischen Weiskirchen. Hier, so vermuten die Fahnder, könnte der Mörder zuhause sein.

Am Donnerstag werden 5.000 über 65-jährige deutsche Herren aus dem Raum Weiskirchen vorgeladen und um Speichelprobe und Fingerabdruck gebeten. "Wir gehen davon aus, dass sich die meisten älteren Männer dem freiwilligen Test unterziehen werden", sagt Willibald Groß von der Landespolizeidirektion Saarbrücken. Wer nicht beim größten Massengentest in der saarländischen Geschichte erscheint, muss mit Nachforschungen rechnen. Zusätzlich haben die Ermittler Handzettel mit Schriftproben des mutmaßlichen Mörders an Altenheime und Pflegedienste der Region verteilt.

Drohungen für DJ Ötzi

Besonders vorsichtig ist der mutmaßliche Täter nicht. So hinterlässt er regelmäßig DNA-Spuren auf seinen Briefen. Dass der Mörder einen engen Bezug zur Region Weiskirchen hat, schlossen die Fahnder aus einem weiteren Brief aus dem Jahr 2007, den der Unbekannte an die Gemeinde Weiskirchen adressierte. Darin drohte er dem Sänger DJ Ötzi, der in der Nähe ein Konzert plante, mit Mord. "Wenn der auf die Bühne geht, wird er abgeknallt". Beigelegt war die Konzertankündigung einer Gratis-Zeitung aus der Region.

Der jüngste Brief des Phantoms ging am 23. Oktober beim saarländischen Landeskriminalamt ein. Darin bestreitet der Mann den von der Polizei öffentlich geäußerten Verdacht, er habe in den sechziger Jahren vier weitere Prostituiertenmorde in Süddeutschland begangen. Ganz offensichtlich verfolgt der Unbekannte die Fahndung nach ihm mit großem Interesse. (APA)

 

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