Obamas inner circle

5. November 2008, 12:00
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Obamas Wahlkampfmanager Plouffe, Axelrod, Gibbs Wahlkampfmanager, Sprecher und "Spin Doctors" sind aus der modernen Politik nicht mehr wegzudenken

Washington/Wien - Spätestens seit der US-Wahlkampagne 1992 agieren Wahlkampfmanager, Sprecher und "Spin Doctors" nicht im Hintergrund, sondern sind teilweise selber zu Stars geworden. George Stephanouplous, damals Pressesprecher in Bill Clintons Kampagne, bekam einen Job im Weißen Haus. Clintons Chefstratege James Carville heiratete nach geschlagener Wahl Mary Matalin, seine "Amtskollegin" bei George Bush sen., beide gründeten eine renommierte Politberatungsagentur. Die Matchwinner der Kampagne von 2008 kommen alle aus Barack Obamas Team; nachfolgend Kurzporträts von David Plouffe, David Axelrod und Robert Gibbs.

DAVID PLOUFFE: Der 41-Jährige aus Wilmington im US-Staat Delaware studierte in den 80er Jahren Politologie, brach das Studium aber kurz vor dem Abschluss ab, um sich die "echte" Politik zu geben. 1990 betrieb er bereits die Kampagne für die Wiederwahl von Senator Tom Harkin in den Senat, 1992 scheiterte er allerdings bei dessen Kandidatur für die US-Präsidentschaft bereits im Vorfeld. Fortan war er für verschiedene Senatoren und Kongressabgeordnete sowohl im Wahlkampf als auch in deren Kabinetten tätig. 2000 begann Plouffe bei der Consulting-Firma AKP Message & Media und wurde 2004 Partner der Firma. Zuletzt leitete er den Wahlkampf von Barack Obama für die Präsidentschaftswahlen 2008. Dabei galt es zunächst, Hillary Clinton aus dem Rennen um die demokratische Kandidatur zu werfen und dann gegen den Republikaner John McCain siegreich zu bleiben. Obwohl ein Medienprofi, liebt Plouffe das Scheinwerferlicht keineswegs und hält sich in der Öffentlichkeit weitgehend zurück.

DAVID AXELROD: An den Anblick des Mannes mit dem Schnauzbart und den traurigen Augen wird sich die Welt schon bald gewöhnen. Der rundliche 53-Jährige ist der Mann, der immer ein paar Schritte hinter Obama geht und dabei doch die Richtung vorgibt. Nach dem Wahlsieg winkt Axelrod nun der große Karrieresprung: Er könnte zum Chef-Strategen im Weißen Haus aufsteigen und die Politik mitgestalten. Ein Rollenvorbild gibt es bereits: Karl Rove, der legendäre Wahlkampfberater des scheidenden Präsidenten George W. Bush. Schattenmänner wie Axelrod werden nicht gewählt, sie schwören keinen Amtseid auf die Verfassung und sind nur ihrem Chef gegenüber verantwortlich, dessen Wahl und Wiederwahl ihr Hauptanliegen ist. Sie wittern die Stimmung im Volk und versuchen, daraus Rezepte für die Jagd auf Wählerstimmen abzuleiten. Der unprätentiöse Axelrod etwa streift sich gerne mal seine schwarze Lederjacke über und spürt auf den Straßen von Chicago, wo er das politische Handwerk als Lokalreporter gelernt hat, den Meinungen der Wähler nach. Im Präsidentschaftswahlkampf hat er dafür ein treffsicheres Gespür bewiesen. Bereits vor zwei Jahren schwor Axelrod den jungen Kandidaten Obama auf zwei Worte ein, die zur Kernbotschaft seines Werbens ums Weiße Haus werden sollten: "Change" und "Hope".

ROBERT GIBBS: Der Youngster im Team von Obamas Wahlkampfmaschinerie ist dessen Sprecher (communication director) Robert L. Gibbs. Der 37-Jährige ist bereits seit 2004 in Obamas Team, als dieser Senator von Illinois wurde. Gibbs musste bereits bittere Wahlkampferfahrungen machen, als er 2004 kurzzeitig in John Kerrys Team arbeitete. Da Gibbs innerhalb der demokratischen Partei manchen als Querkopf gilt und daher nicht unumstritten ist, wurde seine Nominierung durch Obama nicht überall mit Wohlwollen aufgenommen. Bekannt wurde Gibbs in amerikanischen Journalistenkreisen wegen seiner blitzartigen und aggressiven Reaktionen auf gezielte Desinformationen durch die Republikaner. "Wenn man ein Gerücht nicht sofort abstellt, wird es eine Wahrheit", pflegt er zu sagen. Schnelligkeit ist seine Domäne, das merkt man auch daran, dass sein Stab buchstäblich rund um die Uhr erreichbar sein muss, um auf die Notwendigkeiten der modernen globalen Medien Rücksicht nehmen zu können. Gibbs' Rolle in der Kampagne war jene einer Schnittstelle zwischen Medien und Kampagnenteam. (APA)

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    Pouffle, der Schüchterne.

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    Gibbs, der Youngster.

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    Axelrod, der Handwerker.

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