Katholik neuer Minderheiten-Minister

6. November 2008, 12:14
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Minderheiten-Minister erstmals gleichrangig mit anderen Kabinettsmitgliedern - Bhatti ist Kämpfer gegen "Blasphemiegesetze"

Islamabad - Der katholische Parlamentarier Shahbaz Bhatti ist zum neuen pakistanischen Minderheiten-Minister ernannt worden. Wie die katholische Nachrichtenagentur "AsiaNews" laut Kathpress meldet, ist der Minderheiten-Minister erstmals gleichrangig mit den anderen Angehörigen des Kabinetts.

Shahbaz Bhatti ist zugleich Vorsitzender der "Allianz der Minderheiten in Pakistan" (APMA). Freiwillige und Sympathisanten der APMA feierten in vielen Städten des Indus-Tales die Ernennung von Bhatti mit Freudenfesten. Die APMA setzt sich für Religionsfreiheit, interreligiösen Dialog, soziale Gerechtigkeit und Menschenrechte für alle ein - von den Christen bis zu den Parsen. Bhatti sagte, er habe seine neue Aufgabe angenommen, weil es ihm darum gehe, die "unterdrückten und an den Rand gedrängten" Gemeinschaften zu verteidigen. Er habe sein Leben dem Einsatz für die Gleichheit aller Menschen in Pakistan, für die Religionsfreiheit und die Rechte der Minoritäten gewidmet.

Kampf gegen "Blasphemiegesetze"

1985 hatte Bhatti die APMA begründet. Ab 1986 galt sein Kampf vor allem den sogenannten "Blasphemiegesetzen", mit denen die Christen in Pakistan massiv unterdrückt werden. Sein Ziel als Minister sei es, gegen "Intoleranz, Hass, Vorurteil und Gewalt" aufzutreten, betonte der katholische Politiker. Er sei Präsident Asif Ali Zardari und Regierungschef Yousaf Raza Gilani dankbar, dass sie den Wert der Minoritäten anerkennen.

Shahbaz Bhatti ist seit früher Jugend für die Sache der Christen aktiv. Für seinen Einsatz zugunsten der Menschenrechte wurde er bereits mit mehreren internationalen Preisen ausgezeichnet. (APA)

 

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