RZB und Volksbanken könnten bei Staatshilfe nachziehen

5. November 2008, 11:27
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Die RZB soll in drei Wochen über eine staatliche Kapitalzufuhr beraten. Angeblich sind sich Volksbanken und Finanzministerium schon einig, ein Beschluss könnte noch diese Woche anstehen

Wien - Bei der Raiffeisen Zentralbank (RZB) wird es nur mehr knapp drei Wochen dauern, bis sie die Absicht, über Partizipationskapital eine Kapitalspritze vom Staat zu kriegen, durch die Organe hat. Bei der Volksbank AG (ÖVAG), die gerade ihre Mehrheit an der problembeladenen Kommunalkredit um einen Euro an den Staat abtreten muss, wird man bis Ende dieser Woche beschlussmäßig so weit sein, mit Hilfe des Staats das Eigenkapital aufzufüllen. Ende voriger Woche war in Verhandlerkreisen auch für die Volksbank AG von staatlichem Partizipations-Kapital die Rede gewesen, und dem Vernehmen nach goutiert das Finanzministerium dieses Modell ausdrücklich auch für diese Gruppe.

Analog zur Erste Group wird sich in wenigen Wochen auch das Spitzeninstitut der Raiffeisen-Geldgruppe, die Raiffeisen Zentralbank (RZB, Mutter der börsenotierten Raiffeisen International) PS-Kapital von der Republik holen.

In außerordentlichen Eigentümerversammlungen lässt sich die RZB am Dienstag, dem 25. November, (HV ab 15 Uhr) die Gewährung von Genussrechten durch die Ausgabe von PS-Kapital bis zu einem Gesmtbetrag von maximal 2 Mrd. Euro (unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre) absegnen.

Eine halbe Stunde später, um 15.30 Uhr, ist eine gesonderte Versammlung der Vorzugsaktionäre angesetzt, wie aus heute geschalteten Pflichtveröffentlichungen im Amtsblatt der staatseigenen Wiener Zeitung hervorgeht.

Eisbrecher Erste Bank

Die Partizipationskapitalaufnahme ist der einzige Tagesordnungspunkt der Sonderhauptversammlungen der RZB. Die Emission könnte dann wenn nötig rasch erfolgen, wie es heißt, um sie noch für die Bilanz 2008 nutzen zu können. PS-Kapital ist als Kernkapital anrechenbar.

Ende der Vorwoche hatte die börsenotiete Erste Group das Eis gebrochen mit der Bekanntgabe, den Staat mit 2,7 Mrd. Euro Partizipationskapital für die nächsten fünf Jahre zur Eigenkapitalunterstützung hereinzunehmen. Diese Partizipationsscheine sind nicht handelbar, nicht übertragbar und auch mit keinen Stimmrechten ausgestattet. Von der theoretischen Wandlungsmöglichkeit wird der Staat wohl nicht Gebrauch machen. Die Erste-Manager verwahrten sich jedenfalls vorweg gegen diese theoretische Möglichkeit.

Raiffeisen und Volksbanken sind beide genossenschaftlich organisiert. Hier dauerte die Überzeugungsarbeit bei Vertretern der Primärbanken etwas länger. Auch andere Großbanken werden dementsprechend beim Bund anklopfen, heißt es weiter.

In der Volksbank AG wurden neue Medien-Berichte am Mittwoch nicht kommentiert oder bestätigt, die sich um die Ertragslage der ÖVAG (die ja auch die Kommunalkredit-Beteiligung abschreiben muss) rankten. "Vor Maßnahmen" würde das Minus der ÖVAG bei rund 300 Mio. Euro liegen, zitierte die Zeitung Kreise aus der Bank. Also gehe es nun an die Hebung stiller Reserven, die insgesamt rund 500 Mio. Euro betragen. Nicht zu erwarten sei, dass alles aufgelöst würde. Ein "Polster" wäre daher nötig. Zumal auch das Neugeschäft der in die ÖVAG integrierten, aber noch nicht fusionierten, Investkredit "gar nicht schnurrt", wie es im Bericht heißt. (APA)

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    Die Karawane, die Richtung Finanzministerium zieht, und sich Geld vom Staat holt, könnte Zuwachs bekommen: RZB und Volksbanken könnten sich am Hilfspaket bedienen.

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