Deutsche Dienstleister mit Auftragseinbruch

5. November 2008, 10:40
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Einkaufsmanagerindex: Die Geschäfte im Oktober sind so schlecht gelaufen wie seit Juli 2003 nicht mehr

Berlin - Die Geschäfte der Dienstleister in Deutschland sind im Oktober so schlecht gelaufen wie seit Juli 2003 nicht mehr. Zudem blicken die von der Finanzkrise und der Konjunkturabkühlung in die Zange genommenen Firmen so pessimistisch wie nie zuvor in der Geschichte der Umfrage in die Zukunft, wie aus dem am Mittwoch veröffentlichten Markit-Einkaufsmanagerindex hervorgeht.

Der Einkaufsmanagerindex fiel auf 48,3 Zähler und damit zum zweiten Mal in diesem Jahr unter die Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Im September hatte er mit 50,2 Punkten noch knapp darüber gelegen. Unternehmer und Verbraucher schränkten ihre Ausgaben ein als Antwort auf die steigenden Konjunktursorgen, sagte Markit-Volkswirt Tim Moore. Erstmals seit 2005 bauten die Dienstleister deswegen Stellen ab. "Das lässt darauf schließen, dass die Zahl der Arbeitslosen von ihrem derzeitigen 16-Jahres-Tief wieder ansteigen wird."

Bisher beschränkten sich die Betriebe dabei vor allem darauf, frei werdende Stellen nicht mehr zu besetzen. Dabei spielte neben schwindenden Gewinnmargen auch ein rückläufiges Neugeschäft eine Rolle. Den zweiten Monat in Folge sammelten die Betriebe weniger Bestellungen ein. Betroffen waren vor allem Unternehmen in den Bereichen Post und Telekommunikation sowie Hoteliers und Gastwirte, schrieben die Experten. In der Folge ging der Auftragsbestand das elfte Mal in Folge zurück.

Für die kommenden zwölf Monate erwarten die Unternehmen keine Besserung. Das entsprechende Barometer fiel auf den niedrigsten Stand seit Beginn der Umfrage im Juni 1997. 44 Prozent der Betriebe stellen sich auf Geschäftseinbußen ein, vor allem die Finanzdienstleister zeigten sich pessimistisch. Lediglich 13 Prozent erwarten, dass sich ihre Lage verbessert.

Der Markit-Composite-Index, der die Entwicklung bei Industrie und Dienstleistern zusammenfasst, fiel auf 45,3 Punkte nach 48,5 Zähler im September. Das ist der tiefste Stand seit rund fünfeinhalb Jahren. Die Wirtschaft in Deutschland dürfte im dritten Quartal geschrumpft sein. Damit wären die Bedingungen für eine Rezession erfüllt, weil bereits im Frühjahrsquartal das Bruttoinlandsprodukt rückläufig war. Das Statistische Bundesamt legt seine Daten in der kommenden Woche vor. (APA/Reuters)

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