Schweres Gefecht im Gazastreifen

6. November 2008, 12:10
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Schwersten militärischen Zusammenstößen seit der Vereinbarung einer Waffenruhe zwischen Israel und der radikalen Hamas im Juni

Nach einer israelischen Militäroperation im Gazastreifen, bei der sechs Hamas-Männer getötet wurden, ließen massive Raketensalven auf Südisrael Mittwoch früh schon den Eindruck entstehen, dass der fünf Monate alte Waffenstillstand zwischen Israel und den Islamisten zusammengebrochen ist.

Die Hamas warf Israel den Bruch der Vereinbarungen vor. Die Israelis erklärten, sie hätten einen kurz bevorstehenden "schweren Anschlag" abfangen müssen. Beide Seiten signalisierten aber wenig später, dass sie nicht an einer Eskalation interessiert seien.

Nach israelischen Angaben war in der Nacht auf Mittwoch eine Spezialtruppe in den Gazastreifen eingedrungen, nachdem ein 250 Meter langer unterirdischer Tunnel entdeckt worden war. In die folgenden Gefechte griffen auch israelische Kampfhubschrauber ein. Die Hamas meldete danach sechs Tote. Im Morgengrauen kehrte zog das Kommando ab. Danach schlugen rund 40 Kassam-Raketen auf israelischem Gelände ein, richteten aber kaum Schaden an.

Die partielle Waffenruhe, die nur im Gazastreifen und nicht im Westjordanland gilt, war im Juni mit ägyptischer Vermittlung vereinbart worden. (Ben Segenreich aus Tel Aviv/DER STANDARD, Printausgabe, 06.11.2008)

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    In Khan Yunis im südlichen Gazastreifen wurde einer der getöteten Hamas-Männer beigesetzt.

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