Senat: Absolute Mehrheit für Demokratische Partei

5. November 2008, 19:22
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Nur die erhofften 60 Sitze gehen sich nicht aus - Zugewinne auch im Repräsentantenhaus

Es ist den Demokraten trotz beträchtlicher Erfolge offenbar nicht gelungen, die magische Zahl von 60, mit der sie "Filibuster" (Dauerreden) der Republikaner im Senat beenden hätten können, zu erreichen. In einigen Staaten konnten sie jedoch Republikaner aus dem Sattel heben, so etwa in North Carolina, wo Elizabeth Dole ihren Sitz der Demokratin Kay Hagan überlassen musste. In Virginia übernahm Exgouverneur Mark Warner den Senatssitz seines gleichnamigen (jedoch nicht verwandten) republikanischen Vorgängers, John Warner. In Colorado und New Mexico gewannen zwei sehr wohl verwandte Demokraten, die Cousins Mark Udall und Tom Udall.

Einige Sitze blieben Mittwochabend noch offen: In Oregon kämpfte der Republikaner Gordon Smith ums Überleben, und das obwohl er sich während des Wahlkampfes eher mit Barack Obama als mit George W. Bush solidarisch erklärte. In Alaska gelang es dem siebenfach wegen Korruption verurteilten Republikaner und Langzeitsenator Ted Stevens, bis auf weiteres im Rennen zu bleiben. Und in Georgia wie Minnesota sind die Senatswahlen "too close to call" - zu knapp für eine Entscheidung.

Was den Demokraten Kopfzerbrechen bereiten wird, ist der Status des ehemaligen Demokraten, derzeit Unabhängigen Joe Lieberman, der sich zwar mit seinen ehemaligen Parteifreunden abgestimmt hat, sich aber vehement für John McCain ausgesprochen und dabei Barack Obama mehrmals verunglimpft hat. Die Mehrzahl der Demokraten ist wütend, und es ist die Rede davon, ihm den Vorsitz des Heimatschutzkomitees wegzunehmen und ihn nicht mehr in parteiinterne demokratische Sitzungen einzubeziehen.

Im Repräsentantenhaus, wo alle 435 Abgeordneten zur Wahl standen, gewannen die Demokraten Hochrechnungen zufolge 12 bis 24 Sitze dazu. Seit der Wahl 2006 hatte die Partei bereits eine Mehrheit von 36 Sitzen. Erstmals seit 1992 halten sie nun wieder das Weiße Haus und beide Kammern des Parlaments. (Susi Schneider/DER STANDARD, Printausgabe, 06.11.2008)

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    Kay Hagan schlug Elizabeth Dole in North Carolina.

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    Mark Warner zieht für Virginia in den Senat ein

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