Obama nicht mehr einzuholen

5. November 2008, 05:10
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Mehr und mehr Staaten färbten sich blau, die Farbe der US-Demokraten

Washington- Der demokratische US-Präsidentschaftskandidat Barack Obama ist nach Prognosen von US-Sendern bei der Wahl auf der Siegerstraße. Der schwarze Senator aus Illinois konnte laut ABC und Fox News die besonders umkämpften Staaten Ohio und Pennsylvania für sich entscheiden und liegt auch in Florida in Führung.

Obama führt nach Prognosen des Senders CNN bei der Zahl der Wahlmänner mit 194 zu 69 Stimmen vor dem Republikaner John McCain. Grundlage waren am Dienstagabend die Nachwahlbefragungen. Für die Wahl zum US-Präsidenten sind 270 Wahlmännerstimmen notwendig.

Besonders Ohio brachte Obama einen wichtigen Sieg auf dem Weg ins Weiße Haus. Vor vier Jahren hatte dort der scheidende US-Präsident George W. Bush gewonnen. Mit 20 Wahlmännerstimmen hat Ohio besonderes Gewicht für das Gesamtergebnis. Seit Abraham Lincoln hat kein republikanischer Kandidat die Präsidentschaftswahl ohne einen Sieg in Ohio gewonnen. Auch im ebenfalls besonders heftig umkämpften Florida führte Obama nach Auszählung von 61 Prozent der Stimmen mit 51 Prozent vor McCain, der auf 49 Prozent der Stimmen komme.

Beide Kandidaten siegten laut der Prognosen der US-Sender in ihren Hochburgen. Der schwarze Senator aus Illinois konnte sich in seinem Heimatstaat sowie Massachusetts, Connecticut, Maine, Delaware, Maryland, New Jersey, Vermont, New York, Michigan, Wisconsin, Rhode Island, Minnesota und Washington DC durchsetzen.

Der republikanische Senator aus Arizona gewann laut Fox News erwartungsgemäß in Oklahoma, Arkansas, Alabama, Kentucky, Kansas, Wyoming, North Dakota, Tennessee, Georgia und West Virginia. Obama siegt nach den Hochrechnungen von CNN auch in den bevölkerungsreichen Staaten Florida und Kalifornien und ist daher von seinem Konkurrenten John McCain auch theoretisch nicht mehr einzuholen.

Der 47-jährige Obama war als klarer Favorit in die Abstimmung gegangen. Er hat die Aussicht, als erster schwarzer Präsident in das Weiße Haus einzuziehen.

Zehntausende Menschen hatten sich am Dienstagabend in Chicago, dem Wohnort Obamas, im Grant Park versammelt, um einen Wahlsieg des schwarzen Senators von Illinois zu feiern. Obama hatte seinen Wahlkampf in Indiana beendet. Letzte Umfragen sahen ihn im Durchschnitt mehr als sieben Prozentpunkte vor seinem republikanischen Rivalen. McCain zeigte sich kämpferisch. "Ich spüre Auftrieb, und wir werden diese Wahl gewinnen", rief der Vietnam-Veteran seinen Anhängern bei einer Kundgebung in Colorado zu.

Bei der Wahl wurde eine Rekordbeteiligung von bis zu 130 Millionen Wählern erwartet. An der Präsidentenwahl vor vier Jahren hatten sich lediglich rund 121 Millionen Bürger beteiligt. Schon in den vergangenen Wochen hatten fast 30 Millionen Wähler von der Möglichkeit einer frühzeitigen Stimmabgabe Gebrauch gemacht.

In den USA wird der Präsident nicht direkt, sondern durch ein Wahlmännergremium gewählt, das sich aus Vertretern der einzelnen Bundesstaaten zusammensetzt. Diese stimmen traditionell entsprechend dem Ergebnis in ihren Staaten. Der Gewinner eines Bundesstaates erhält jeweils alle zu vergebenden Wahlmännerstimmen. Die Wahlmänner stimmen am 15. Dezember ab, der neue Präsident wird schließlich am 20. Jänner ins Amt eingeführt.

(APA/dpa/AP)

 

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