Busunglück in Deutschland: Zwanzig Pensionisten starben bei Ausflug

5. November 2008, 09:34
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Zwölf Verletzte - Ältere Passagiere konnten sich nicht rechtzeitig aus dem Bus retten - Fahrgast könnte heimlich auf der Bus-Toilette geraucht haben - Video

Hannover- Es ist das verheerendste Busunglück in Deutschland seit mehr als 15 Jahren. 20 Senioren starben bei der Kaffeefahrt, weil sie sich nicht rechtzeitig aus dem brennenden Bus ins Freie retten konnten, 12 Fahrgäste und der Fahrer wurden teils schwer verletzt. Einige der Opfer waren gehbehindert. Aufgrund der schweren Verletzungen sei nicht auszuschließen, dass man noch weitere Tote beklagen müsse, erklärte Polizeipräsident Uwe Binias.Die Brandkatastrophe in einem Bus auf der Autobahn 2 bei Hannover ist vermutlich durch eine Zigarette ausgelöst worden, die ein Fahrgast heimlich auf der Bustoilette geraucht hat. 

Gehbehinderte Passagiere schafften Flucht nicht

Der Reisebus eines hannoverschen Unternehmens war am Dienstagabend auf der Rückfahrt von einer Kaffeefahrt ins Münsterland. Wenige Kilometer vor dem Ziel endete die fröhliche Fahrt in der Tragödie. Die Reisegruppe stammt aus der Region Hannover. Nachdem der Bus während der Fahrt Feuer gefangen hatte, konnte der Busfahrer zwar auf der Standspur rechts angehalten. Aber nur zwölf Passagiere im Alter zwischen 45 und 80 Jahren sowie der Fahrer konnten sich zum Teil schwer verletzt aus dem brennenden Bus retten. Viele der meist älteren Fahrgäste waren offenbar gehbehindert. Sie konnten nicht mehr rechtzeitig aus dem brennenden Fahrzeug heraus. Bergehelfer zogen aus dem Wrack zahlreiche Gehhilfen.

Zigarette löste wahrscheinlich den Brand aus

Der Brand war nach Polizeiangaben in der Toilette des Busses ausgebrochen. Augenzeugen hatten von Rauchentwicklung in der WC-Kabine berichtet. Als die Toilettentür geöffnet wurde, schoss eine Stichflamme aus dem kleinen Raum ins Fahrzeuginnere. Anschließend breitete sich das Feuer rasend schnell aus. Möglicherweise hatte ein Passagier heimlich auf der Toilette geraucht.

Technischer Defekt ausgeschlossen

Einen technischen Defekt schloss die Polizei aus. "Das muss in Windeseile passiert sein. Das ist völlig unverständlich, aber das müssen die weiteren Untersuchungen klären", sagte der Leiter des Zentralen Verkehrsdienstes Hannover, Uwe Hollstein. Der Bus wurde mittlerweile beschlagnahmt, um zu klären, wie es zu dem Flammen-Inferno  kam. Die Ermittler interessiert besonders, warum sich das Feuer so schnell ausbreiten konnte und die Sitze in Windeseile entflammten.

Schwierige Identifizierung der Opfer

Das Wrack wurde in der Nacht nach Hannover gebracht, nach der Bergung der Leichen sollen Kriminaltechniker den Bus unter die Lupe nehmen.Spezialisten der Feuerwehr mussten die Toten mitsamt Sitzen aus dem Fahrzeug herausschneiden. Wegen der starken Verbrennungen könne man bei einem Großteil der Opfer DNA-Material nur noch den Knochen entnehmen. Die Identifizierung wird noch Tage dauern

Sicherheitsbestimmungen werden überprüft

Deutschlands Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) zeigte sich tief erschüttert über das Busunglück. "Es muss jetzt sehr sorgfältig untersucht werden, wie es zu diesem Unglück kommen konnte", sagte der Minister.  Auch müsse geprüft werden, ob Sicherheitsbestimmungen eingehalten wurden, und ob diese verschärft werden müssen. Polizei und Feuerwehr richteten ein Bürgertelefon und eine Anlaufstelle für Angehörige ein. (APA/Reuters/dpa)

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    Nachdem nur wenige der Pensionisten den Flammen entkommen und den Bus verlassen konnten, will Deutschlands Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee die Sicherheits-Bestimmungen für Busfahrten überprüfen lassen

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    Einige der Opfer waren gehbehindert und haben die Flucht aus dem Bus nicht mehr geschafft

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    Das Feuer wurde  wahrscheinlich durch eine Zigarette ausgelöst.

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    Die Ermittler interessiert besonders, warum sich das Feuer so schnell ausbreiten konnte und die Sitze in Windeseile entflammten

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