Israel gedenkt Ermordung Rabins vor 13 Jahren

8. November 2008, 23:02
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Livni, Peres und Barak sprachen zu Zehntausenden Trauernden - "Ja zum Frieden, Nein zur Gewalt"

Tel Aviv - Zehntausende Israelis haben am Samstagabend in Tel Aviv des 1995 bei einem Mordanschlag getöteten Regierungschefs Yitzhak Rabin gedacht. Sie versammelten sich auf dem Platz im Zentrum der Stadt, auf dem das Attentat verübt wurde und der nach Rabin benannt ist. Auf einem großen Spruchband hieß es "Ja zum Frieden, Nein zur Gewalt".

Die Trauernden hielten Schilder hoch, auf denen zu lesen war: "Kein Vergeben und kein Vergessen". Die israelische Außenministerin und Chefin der regierenden Kadima-Partei, Tzipi Livni, die seinerzeit dem rechten Likud-Block angehörte, sagte drei Monate vor der vorgezogenen Parlamentswahl, sie habe seinerzeit nicht für Rabin gestimmt. Dieser sei aber ihr Ministerpräsident gewesen und auch der aller Israelis, die nicht zu der Gedenkveranstaltung gekommen seien.

"Hoffnung und die Zukunft des Landes"

Rabins Weggefährte, Präsident Shimon Peres, sagte, der ermordete Politiker habe Israel den Weg gewiesen. Die zu seinen Ehren Gekommenen seien "die Hoffnung und die Zukunft des Landes". Verteidigungsminister Ehud Barak, der Vorsitzende der Arbeitspartei, würdigte die Friedenspolitik seines erschossenen Parteifreundes.

Im Sechs-Tage-Krieg 1967, als Israel das Westjordanland und den Gaza-Streifen sowie die Golanhöhen und die Sinai-Halbinsel eroberte, war Rabin Generalstabschef der israelischen Armee. 1993 hatte er das Osloer Friedensabkommen mit den Palästinensern unterzeichnet und dafür zusammen mit seinem damaligen Außenminister Peres und dem damaligen Palästinenser-Präsidenten Yasser Arafat ein Jahr später den Friedensnobelpreis verliehen bekommen.

Der ultra-orthodoxe Jude Yigal Amir hatte Rabin am 4. November 1995 mit drei Schüssen in den Rücken getötet. Er wollte mit seiner bis heute von ihm nicht bereuten Tat nach eigenen Angaben die Osloer Friedensvereinbarungen mit den Palästinensern sabotieren.

Wenige Tage vor dem 13. Jahrestag von Rabins Tod hatten geheime Telefoninterviews mit dem zu lebenslanger Haft verurteilten Amir in Israel für Empörung gesorgt. Nach heftigen Protesten hatten zwei private Fernsehsender, die mit Amir telefonierten, ohne die Gefängnisleitung zu informieren, zunächst auf die ursprünglich für Freitag geplante Ausstrahlung der Interviews verzichtet. Nach Senderinformationen sagte Amir darin, sein Entschluss zur Tötung Rabins sei durch Äußerungen rechtsgerichteter Politiker wie des ehemaligen Ministerpräsidenten Ariel Sharon und des früheren Generalstabschef Rafael Eitan beeinflusst gewesen. (APA)

 

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