Große Verletzungsgefahr im Turnsaal

4. November 2008, 18:21
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Geräteturnen laut Studie besonders gefährlich, Jüngere öfter verletzt

Wien - Fast jeder dritte Schüler (31 Prozent) verletzt sich innerhalb eines Schuljahres im Turnunterricht. Das ergab eine Untersuchung von Christian Gäbler, Leiter der Sportordination Wien, und dem Unfallchirurgen Reinhard Schmidt vom AKH Wien unter 1090 Schülern.

Die Mediziner werteten die Zahlen der Sportunfälle eines Schuljahres in zwei Gymnasien - eines mit Sportschwerpunkt - im Großraum Wien aus.

In den meisten Fällen erlitten die Jugendlichen Bänderzerrungen im Knie- oder Knöchelbereich oder gebrochene Finger. Die dritthäufigste Verletzungsart waren Prellungen. Die Jüngeren sind besonders gefährdet. Für 35 Prozent der Elf- bis Zwölfjährigen und 14- bis 15-Jährigen sowie 32 Prozent der Zwölf- bis 13-Jährigen endet der Schulsport einmal im Jahr schmerzlich. Unter den 16-bis 17-Jährigen tat sich nur noch jeder Vierte weh, Ältere noch seltener.

Die meisten Sportunfälle in der Schule passieren beim Fußball - das auch am häufigsten gespielt wird. "Allerdings ist Fußball nicht so gefährlich, wie viele Eltern vermuten", sagt Gäbler.

Die höchste Verletzungswahrscheinlichkeit bestehe nämlich beim Boden- und Geräteturnen. "Das hängt sicher damit zusammen, dass es nicht so häufig gemacht wird und die Schüler darin auch nicht so geübt sind", erläutert Gäbler.

Gefährliche Ballspiele

Im Sportgymnasium folgen in Sachen Verletzungsrisiko auf Rang zwei und drei Voltigieren und Judo - Sportarten, die dort in Leistungsgruppen angeboten werden. Im Gymnasium ohne Sportschwerpunkt sind Hand- und Volleyball nach dem Geräteturnen am risikoreichsten. "Das hängt bestimmt auch damit zusammen, dass diese Sportarten im Gymnasium ohne Sport-Schwerpunkt nicht so richtig gelernt werden" , sagt Gäbler. (Gudrun Springer/DER STANDARD, Printausgabe, 5.11.2008)

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