Experten fordern Verbot von Schoko-Zigaretten in Deutschland

4. November 2008, 16:07
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Deutsches Krebsforschungszentrum: Süßwaren können späteres Rauchen begünstigen - Verharmlosung trägt dazu bei

Berlin - Krebsforscher und Verbraucherschützer haben ein gesetzliches Verbot von Schoko-Zigaretten in Deutschland gefordert. Zigaretten aus Schokolade oder Kaugummi führten bei Kindern später häufig zum Rauchen, teilten das Deutsche Krebsforschungszentrum und der Verbraucherzentrale Bundesverband mit.

Verharmlosung

Durch den Konsum und das Spielen mit zigarettenähnlichen Süßwaren lernten bereits Kinder, Rauchen als normales Verhalten und harmloses Vergnügen anzusehen. Die Experten verwiesen auf eine repräsentative Umfrage aus den USA. Bei Zwölfjährigen, die Schokoladenzigaretten konsumieren, verdoppelt sich demnach unabhängig vom Rauchverhalten der Eltern die Wahrscheinlichkeit, später selbst zum Raucher zu werden.

Die in Supermärkten und anderen Geschäften angebotenen Kinderzigaretten seien eine Gefahr und müssten deshalb verboten werden, erklärten das Forschungsinstitut und der Verbraucherverband. In einigen anderen europäischen Ländern wie Großbritannien, Finnland, Norwegen oder Irland gebe es bereits entsprechende gesetzliche Regelungen.

Den Experten zufolge ist ein Verbot von Kinderzigaretten im Rahmenübereinkommen der Weltgesundheitsorganisation zur Eindämmung des Tabakgebrauchs enthalten, das Deutschland unterzeichnet und ratifiziert hat. Diese Regelung müsse nun umgesetzt werden. Freiwillige Vereinbarungen lehnen die Gesundheitsexperten ab, weil sie "lückenhaft" und nicht praktikabel seien. (APA/AFP)

 

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