Moskauer Polizei verhaftete vorübergehend 500 Rechtsextreme

4. November 2008, 15:36
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Demonstration zum Tag der Nationalen Einheit - 113 Ausländer in diesem Jahr getötet

Moskau - Die russische Polizei hat an die 500 Rechtsextreme bei einer nicht genehmigten Kundgebung in der Hauptstadt Moskau festgenommen. Die Teilnehmer des sogenannten Russischen Marsches wurden am Dienstag in Kreml-Nähe von der Sondereinheit OMON abgeführt, wie die Agentur Interfax unter Berufung auf die Behörden meldete. Zum Tag der Nationalen Einheit forderten auch in anderen Städten des Landes Rechtsextreme ein "Russland nur für Russen". Unterdessen beklagen Menschenrechtsorganisationen einen deutlichen Anstieg von fremdenfeindlichen Übergriffen im Land mit mehr als 100 Todesopfern seit Jahresbeginn.

Russlands Rechtsextremisten haben es sich zur Tradition gemacht, am 4. November mit ausländerfeindlichen Parolen und vereinzelt auch mit Hitlergruß durch Moskau, St. Petersburg und andere Großstädte zu ziehen. Bei der einzigen genehmigten Kundgebung des Russischen Marsches versammelten sich am Dienstag in der Hauptstadt mehr als 400 Nationalisten am Moskwa-Fluss gegenüber dem Sitz der russischen Regierung. Aktivisten der liberalen Jabloko-Partei protestierten im Stadtzentrum mit Straßentheater gegen Fremdenhass.

Kundgebungen verboten

Die Stadt Moskau hatte der Bewegung gegen illegale Einwanderung und der nicht zugelassenen Partei Großes Russland Kundgebungen an dem Feiertag verboten. Mit vermummten Gesichtern riefen Rechtsextreme in Moskau und in anderen Städten "Ruhm und Ehre für Russland" und "Alle Macht dem slawischen Volk". "Mehr als 200 Menschen versuchten, den Verkehr in der wichtigen Straße Nowy Arbat zu blockieren, um zu Fuß zum Hotel 'Ukraine' zu gelangen. Alle wurden festgenommen", sagte Polizeisprecher Viktor Birjukow laut Agentur RIA Novosti.

In Russland sind nach Angaben von Menschenrechtlern in diesem Jahr mehr als 100 Menschen bei fremdenfeindlichen Übergriffen getötet worden. Das seien mehr als eineinhalb Mal so viele Opfer wie 2007, sagte der Direktor des Moskauer Büros für Menschenrechte, Alexander Brod, am Dienstag. Insgesamt wurden von Jänner bis Oktober 113 Ausländer getötet und mindestens 340 verletzt. Die Opfer waren vor allem Gastarbeiter aus Zentralasien und dem Kaukasus.

Der Tag der nationalen Einheit am 4. November erinnert an die Befreiung Moskaus von polnisch-litauischen Besetzern im Jahr 1612. Die russische Führung führte den Feiertag als Alternative zum 7. November ein, an dem die Kommunisten in Russland traditionell an die Oktoberrevolution von 1917 erinnern. (APA/dpa/RIA)

 

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    Russlands Rechtsextremisten haben es sich zur Tradition gemacht, am 4. November mit ausländerfeindlichen Parolen und vereinzelt auch mit Hitlergruß durch Moskau, St. Petersburg und andere Großstädte zu ziehen.

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