Weitere Meningitis-Fälle im Burgenland erwartet

4. November 2008, 14:39
posten

Aufgrund der langen Übertragungszeit von bis zu 35 Tagen - Bisher zwölf Erkrankungen - Alle Fälle laut Gesundheitslandesrat glimpflich verlaufen

Eisenstadt - Nach dem Auftreten von durch Viren ausgelösten Meningitis-Erkrankungen im Nordburgenland wird, bedingt durch die lange Übertragungszeit, mit weiteren Fällen gerechnet. Bisher seien zwölf Kinder erkrankt, so Gesundheitslandesrat Peter Rezar am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Eisenstadt. Der jüngste bekannt gewordene Fall betrifft einen Schüler der HTL in Eisenstadt. Auch hier dürfte die Ansteckung letztlich im Zuge eines Fußballturniers im Seewinkel ausgegangen sein.

Lange Inkubationszeit

Die Inkubationszeit dauere bei solchen Fällen bis zu 35 Tage. "Das heißt, wir sind noch nicht am Ende dieser Entwicklung angelangt", so Rezar: "Wir wissen Gott sei Dank, dass es sich bei diesen Fällen von Meningitis um relativ ungefährliche Fälle gehandelt hat, wo nach ganz kurzen Krankenhausaufenthalten - drei Tage in etwa - alle Kinder wieder gesund entlassen werden konnten", erklärte Rezar. Auslöser der Erkrankungen seien mangelnde hygienische Verhältnisse: "Das, was wir in solchen Fällen empfehlen können, ist absolute Hygiene."

Öffentliche Räume desinfiziert

Sowohl in den betroffenen Schulen als auch in den Kindergärten seien Desinfektionen durchgeführt worden. An die Schulbehörden und Eltern wurden Merkblätter ausgegeben. Besonders wichtig sei entsprechendes Reinigungsverhalten: Nach Toilettengängen in öffentlichen WCs sollten möglichst Einweg-Handtücher verwendet werden.

Ansteckung durch Tröpfcheninfektion

"Wir rechnen eigentlich noch mit ein paar Fällen, die kommen", so Claudia Krischka, Leiterin des Gesundheitsreferates im Amt der Burgenländischen Landesregierung. Ausgangspunkt sei in allen Fällen dieses eine Match gewesen. Sich vor der Übertragung zu schützen, sei schwierig, da es sich um eine Tröpfcheninfektion handle, so Krischka. Anstecken könne man sich etwa auch durch das Teilen einer Trinkflasche, wie das unter Jugendlichen üblich sei.

Neben Sportvereinen sollen auch Schulen und Kindergärten über Hygienemaßnahmen informiert werden, so Rezar. Ganz werde man solche Ereignisse auch künftig nicht ausschließen können: "Aber dort, wo es möglich ist, sollte durch geeignete Hygienemaßnahmen Derartiges doch verhindert werden können." (APA)

Share if you care.