Konto der kranken Mutter geplündert: 46-jährige Wienerin verurteilt

4. November 2008, 14:14
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Acht Monate bedingt für Frau, die nach Scheidung in finanzielle Not geriet

Eine 46-jährige Wienerin ist am Dienstagnachmittag im Straflandesgericht wegen "einer Sauerei", wie sich Richter Peter Liebetreu ausdrückte, zu acht Monaten bedingter Haft verurteilt worden. Die Frau hatte jahrelang das Konto ihrer 85 Jahre alten Mutter geplündert, die an Alzheimer leidet. Motiv: Die Tochter war nach ihrer Scheidung in finanzielle Schwierigkeiten geraten.

2004 war sie zur Sachwalterin ihrer Mutter bestellt worden, die in Folge ihrer Erkrankung nicht mehr rechts- und geschäftsfähig war. Als sie ein Jahr später von ihrem Mann verlassen wurde, musste die beschäftigungslose Frau mit rund 760 Euro monatlich über die Runde kommen.

Das ging sich nicht aus, zumal sie auch für eine halbwüchsige Tochter zu sorgen hatte. Also plünderte sie das Konto der 85-Jährigen, wobei sie sich "eh schlecht" gefühlt habe, wie sie im Grauen Haus eingestand: "Es war mir nicht wurscht. Ich hab's für mich und mein Kind zum Leben gebraucht. Es war der letzte Ausweg."

Erst nach vier Jahren fielen die Veruntreuungen auf, nachdem die 46-Jährige über 16.000 Euro behoben hatte und das Konto überzogen war. Im Pflegeheim wunderte man sich, wo das Geld der 85-Jährigen hingekommen war, und erstattete Anzeige.

Die Angeklagte war mit dem Urteil einverstanden. Sie will nun monatlich 100 Euro zurückzahlen, versprach sie der neuen Sachwalterin. Die schwer kranke Mutter hat von den ganzen Vorgängen nichts mehr mitbekommen. (APA)

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