Zu viel Hilfe bei Hausaufgaben kann schaden

4. November 2008, 15:19
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Bildungsforscher warnt vor Perfektionismus der Eltern: "Kinder werden um ihre Erfahrungen und Erfolgserlebnisse gebracht" - Mit Kritik stets sparsam umgehen

München - Eltern sollten ihren Kindern nicht zu sehr bei den Hausaufgaben helfen. "Eltern, die zu viel und womöglich überflüssigerweise helfen, bringen ihre Kinder um ihre Erfahrungen und Erfolgserlebnisse", sagte Bildungsforscher Ulrich Trautwein von der Universität Tübingen dem Magazin "Focus Schule". Auch vor übertriebenem Perfektionismus der Eltern warnte der Wissenschafter.

Grenzen setzen

Schüler entwickelten Interessensschwerpunkte, so dass es durchaus als Zeichen von Effizienz zu werten sei, wenn sie eine unangenehme Aufgabe in einem ungeliebten Fach mit wenig Aufwand akzeptabel erledigten. Eltern, die um Hilfe bei den Hausaufgaben gebeten würden, dürften ihre Kinder gleichwohl unterstützen, allerdings nur so viel, wie gerade wirklich nötig sei.

Die Bielefelder Motivationsforschern Elke Wild empfiehlt Eltern, mit Kritik stets sparsam umgehen. Die Verhaltenstherapeutin Uta Streit rät Eltern dazu, Kindern, die in der Lage, aber nicht willens seien, ihre Hausaufgaben zu machen, Grenzen zu setzen: "Keine Hausaufgaben? Kein Fernsehen und keine anderen elektronischen Medien an diesem Tag." (APA/AP)

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    Das ständige Einmischen von Eltern in Hausaufgabenangelegenheiten verfehlt die erwünschte Wirkung.

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