Handynetzbetreiber erwarten zu Weihnachten keinen Preiskampf

4. November 2008, 13:39
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T-Mobile: "Stabilisierung auf einem niedrigen Niveau" - HP: Trend zum Notebook hält an - DiTech: Green-IT und Netbooks eher ein Medien-Hype

Heuer wird es zu Weihnachten keine Preisschlacht am Handymarkt geben, so die Einschätzung der Mobilfunkbranche. "Die Talsohle ist aus unserer Sicht erreicht", heißt es von Orange (vormals One) stellvertretend für den ganzen Sektor. Sehr wohl werde es aber spezielle Pakete geben, glaubt die Mobilkom. Diese seien aber Teil des fixen Marketingplanes aller Anbieter, die den Preiskampf nicht weiter anheizen werde.

Trend zu Smartphones

Dass die Kunden wegen der Finanzkrise und der abflauenden Konjunktur sparen, glauben die Netzbetreiber nicht. Dazu sei das Handy längst zu selbstverständlich geworden. Eher werde es einen Trend hin zu qualitativ hochwertigeren Geräten und Services geben, hofft man. So verzeichnet Marktführer Mobilkom eine Trend hin zu Smartphones mit Multimediafunktionen, außerdem werde das Design immer wichtiger. Mobilkom-Marketingvorstand Hannes Ametsreiter: "Bei den Verkaufszahlen sehen wir, dass Kunden aktuell Slider-Handys besonders stark nachfragen."

iPhone-Hype

T-Mobile erwartet ebenfalls keine Preisspirale nach unten, sondern eine "Stabilisierung auf einem niedrigen Niveau". Die Nummer 2 am Markt baut weiter auf den iPhone-Hype und das damit steigende mobile Internetgeschäft. Die T-Mobile-Tochter tele.ring setzt auf das kürzlich bekannt gegebene Ende der Vertragsbindung. Demnach können die Kunden auch ohne 24-Monate-Bindung günstige Tarife haben, müssen dafür aber auf stark subventionierte Handys verzichten.

Bessere mobile Browser und GPS

Orange sieht ebenfalls sein iPhone weiterhin als Verkaufsschlager, verstärkt gekauft würden weiters Mobiltelefone mit Fulltouch-Screen und Musikhandys. "3" merkt einen Trend hin zu Geräten mit verbesserten Internetbrowsern und eingebauten GPS. Und Mobile-TV werde zu einem "allgemein sehr gut akzeptierten Tool", so "3"-Boss Berthold Thoma. Red Bull Mobile, eine Kooperation des Getränkeherstellers mit der Mobilkom, hat seine Stände kurz nach dem Marktstart zum Weihnachtsgeschäft auf knapp 100 erhöht.

Netbooks

Auch die Computerbranche will sich durch krachende Banken und warnende Worte vor steigenden Arbeitslosenzahlen nicht die Weihnachtslaune verderben lassen. So hat man bei HP erst kürzlich einen neuen Store-in-Store im Wiener Saturn im Kaufhaus Gerngross eröffnet. Dort hofft man, in schwierigen Zeiten mit einem "ausgezeichneten Preis-/Leistungsverhältnis" zu punkten. Beim Wiener Computerhändler DiTech wird eine weitere Verschiebung vom Desktop-PC hin zum Notebook erwartet. Net- oder Mininotebooks seien hingegen aufgrund ihrer geringen Leistung nicht so gefragt wie der "Medien-Hype" dies vermuten lassen. Das gelte auch für "Green-IT", die für Privatkunden derzeit noch kein Thema sei. (APA)

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    Mobilfunk-Weihnachtsmänner liefern sich heuer keine Preisschlacht um die Kunden

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