Air France will wieder ins Rennen, ÖIAG sagt Nein

4. November 2008, 12:51
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"Kurier": Paris verweist auf "neuen" Zuschuss der Republik über 500 Millionen Euro - Strategiepapier sieht laut "WirtschaftsBlatt" russische S7 vorne: Würde Netz erhalten und Wachstum bringen

Wien - Air France-KLM, Europas größte Airline-Gruppe, will wieder in das Verkaufsverfahren für die Austria Airlines (AUA) einsteigen. Man werde alles versuchen, um wieder am Bieterprozess teilnehmen zu können, heißt es laut "Kurier" (Dienstag) im Umfeld von Air France. Man wolle die Staatsholding ÖIAG davon überzeugen, dass ein Wiedereinstieg prozesskonform sei. Bei der ÖIAG wird dagegen betont, dass Air France kein finales Angebot abgegeben habe und damit die vorgegebenen Kriterien nicht erfülle, so die Zeitung.

Air France argumentiert, dass keiner der Bieter, auch nicht die als Favorit geltende deutsche Lufthansa, ein prozesskonformes Offert abgegeben habe. Denn der Zuschuss der Republik von 500 Mio. Euro für die AUA-Schulden und der sich dadurch ergebende negative Kaufpreis entsprächen nicht den Ausschreibungsbedingungen. Im Moment ist "das einzige Ziel, wieder zugelassen zu werden. Sonst kann ja kein Angebot gemacht werden", heißt es aus Paris. Air France sei sich der Dringlichkeit bewusst, die Sache müsse in den nächsten Tagen geklärt werden. Weshalb Air France konkret fordert, allen drei Bietern, die es auf die Shortlist geschafft haben, nochmals eine Chance zu geben. Und das wäre neben Lufthansa und S7 auch Air France.

Indes kommt ein Strategiepapier aus AUA-Kreisen zu dem Schluss, dass ein Einstieg der russischen S7 für die AUA besser wäre als eine Übernahme durch die Lufthansa, so das "WirtschaftsBlatt" (Mittwoch). S7 habe eine klare Wachstumsstrategie und keine Überschneidung mit Austrian im Europa- und Langstreckenverkehr. Zitat: "Somit ist eine Schrumpfung des Verkehrs sehr unwahrscheinlich, da sonst das eigene Streckennetz AUA-S7 verkleinert würde."

Das von der Lufthansa eingebrachte Argument der Synergien würde dagegen dazu führen, dass alle AUA-Außenstationen geschlossen würden, da dort bereits erheblich größere Lufthansa-Repräsentanzen vorhanden seien, heißt es in dem Papier - und weiter: "S7 würde sich logischerweise der AUA-Repräsentanzen bedienen, da keine eigenen vorhanden sind". Für den Flughafen Wien seien ebenfalls positive Auswirkungen zu erwarten, da S7 in Europa keinen Hub betreibt. Somit sei davon auszugehen, dass bei einer Übernahme der AUA der Airport Wien exklusiv als Europa-Hub entwickelt werde, wobei zusätzlich drei Millionen Passagiere aus Russland zu erwarten seien. (APA)

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