Fassadenschauen mit Geologen

4. November 2008, 12:44
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Im Rahmen der Langen Nacht der Forschung - Verbaute Steine geben einiges über Häuser und Architekten preis

Wien - Was eine steinerne Fassade über die Entstehung von Gebäuden bzw. deren Erbauer verraten kann, demonstrieren Geologen im Rahmen der Langen Nacht der Forschung am kommenden Samstag in Wien-Innere Stadt. Es stehen unter anderem der "grün-gebänderte Marmor" des Loos-Hauses oder auch der Sockel der Denkmäler am Heldenplatz auf dem Programm.

Fassadenführer Herbert Summesberger vom Naturhistorischen Museum Wien hat im Verlag der Geologischen Bundesanstalt dazu auch das Werk "Geologische Spaziergänge Wien Innere Stadt - vom Maria-Theresien-Denkmal zum Stephansdom" herausgebracht.

Der Sandstein des Stephansdomes

Der Sandstein des Stephansdomes ist stets von Umweltschadstoffen und Verwitterung bedroht und daher selten in seiner ursprünglich hellen Erscheinung zu bewundern. Dennoch wäre das Wiener Wahrzeichen kaum aus einem anderen Material zu bauen gewesen, wissen die Geologen. Sandstein ist nicht nur leicht zu filigranen gotischen Säulchen zu verarbeiten, er ist auch aufgrund des vergleichsweise geringen Gewichts leicht zu transportieren, in diesem Fall aus dem Gebiet um St. Margarethen im Burgenland. Aus dem gleichen Material besteht die Votivkirche.

Wesentlich stabiler, aber auch härter und schwerer ist da schon der sogenannte Untersberger Marmor aus Salzburg, auf dem die beiden Reiterstatuen auf dem Wiener Heldenplatz von Prinz Eugen und Erzherzog Karl ruhen. Aus Marmor sind auch Fassadenteile des Loos Hauses auf dem Michaelerplatz in Wien-Innere Stadt. Architekt Adolf Loos (1870 bis 1933) reiste selbst auf die griechische Halbinsel Euböa, um den gebänderten Marmor für sein Werk auszusuchen.

Zwei Runden

Die Geologen bieten zwei geführte Runden durch die Innenstadt von Wien an. Der erste Durchgang startet um 16.30 Uhr, der zweite um 19.30 Uhr. Treffpunkt ist jeweils das Maria-Theresien-Denkmal zwischen dem Kunsthistorischen und dem Naturhistorischen Museum. (APA)

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    Der Wiener Stephansdom wurde aus Sandstein aus dem Gebiet um St. Margarethen im Burgenland erbaut.

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