RI: Analysten erwarten starke Neunmonatszahlen

4. November 2008, 12:24
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Wien - Heimische Analysten erwarten für die am Donnerstag anstehenden Neunmonatszahlen der Raiffeisen International (RI) deutliche Ergebnissteigerungen. Dennoch könnte das dritte Quartal im Vergleich zum ersten Halbjahr einen massiven Bruch in der Wachstumsdynamik darstellen, meint Erste Group-Analyst Günter Hohberger. Während die ersten beiden Quartale auf Jahressicht Wachstumsraten von 30 bis 40 Prozent beim Nettoergebnis einbrachten, rechnet Hohberger im dritten Quartal lediglich mit einem Plus von rund 15 Prozent.

In einer Konsensschätzung erwarten die Analysten der Erste Group und der UniCredit für die ersten neun Monate einen Zinsüberschuss von 2,31 Mrd. Euro nach 1,70 Mrd. Euro in der Vorjahresperiode. Das bedeutet einen Zuwachs von 35,4 Prozent. Der Periodenüberschuss vor Steuern (profit before tax) wird im Schnitt mit einem Anstieg von 27,7 Prozent bei 1,22 Mrd. Euro gesehen und soll damit die Milliardengrenze deutlich überschreiten. In den ersten neun Monaten 2007 wurde ein Vorsteuerergebnis von 953,4 Mio. Euro erzielt.

Unterm Strich sehen die Experten ein Plus von rund 30,3 Prozent mit einem Periodenüberschuss (net profit) von 815,5 Mio. Euro. Die zentrale Frage am Markt sei momentan, ob die Raiffeisen das staatliche Rettungspaket in Anspruch nehmen wird und wie die zukünftige Finanzierung der Bank aussehen wird, sagt UniCredit-Experte Paul Wessely. Die Abschreibungen durch die Finanzkrise seien mit geschätzten zehn Millionen Euro nicht substanziell, die Auswirkungen würden in der Bilanz aber im Handelsergebnis (net trading result) sichtbar. Für die kommenden Quartalsergebnisse werde die konjunkturelle Abkühlung vor allem in Osteuropa zentral, so Wessely.  (APA)

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