EADS bremst A400M-Produktion

4. November 2008, 11:59
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Der flügellahme Airbus-Militärtransporter verzögert sich weiter: Das Antriebssystem ist noch nicht ausgereift für erste Testflüge

Paris - Wegen anhaltender Schwierigkeiten mit den Triebwerken wurde die Produktion des A400M bereits ein Jahr verspäteten Flugzeuges gebremst, wie eine Sprecherin des Airbus-Mutterkonzerns EADS am Dienstag der AP bestätigte. "Wir haben vor wenigen Tagen die Montage gedrosselt, um sie den anhaltenden Ungewissheiten anzupassen", sagte Barbara Kracht.

Noch immer seien die Triebwerke nicht technisch ausgereift genug für den ersten Testflug. Man hoffe auf mehr Klarheit sobald wie möglich. Ein Datum für einen neuen Zeitplan wollte sie nicht nennen. Der ursprünglich schon für vergangenen Jänner vorgesehene Erstflug musste zuletzt Ende September auf unbestimmte Zeit verschoben werden. Die bisherigen Verzögerungen kosten EADS bereits 1,4 Mrd. Euro.

200 Bestellungen

Der wuchtige, graue Transporter mit schwarzer Nase und vier Propellertriebwerken ist das ehrgeizigste militärische Beschaffungsprogramm in Europa. Knapp 200 Bestellungen liegen vor. Die deutsche Bundeswehr ist mit 60 Aufträgen wichtigster A400M-Kunde.

Der erste A400M könnte nun frühestens 2010 an die französische Luftwaffe geliefert werden. Bisher sind zwei Maschinen zusammengebaut. Nummer drei ist so gut wie fertig, die Teile für den fünften und sechsten sind ebenfalls produziert. Sollte die Montage nicht gebremst werden, könnte dies neue Probleme aufwerfen. "Wir riskieren, den Parkplatz mit Flugzeugen vollzustellen, die nicht fliegen können", zitierte die Zeitung "Les Echos" einen Insider.

Für die Triebwerke wurde nach dem Programmstart 2003 ein Joint Venture von Rolls-Royce (Großbritannien), Snecma Moteurs (Frankreich), MTU Aero Engines (Deutschland) und Industria de Turbo Propulsores (Spanien) beauftragt. Dass Firmen aus vier Ländern allein bei der Produktion der Triebwerke zusammenarbeiten, wird in der Branche als Beispiel für ineffiziente, von nationalen Ansprüchen geprägte Strukturen bei dem europäischen Flugzeugbauer gewertet. Dem Konsortium zufolge steht allerdings schon seit Monaten ein Triebwerk für erste Testflüge bereit, das von Airbus allerdings nicht rechtzeitig montiert worden sei. (APA/AP)

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