Barcelona wird Sitz der Mittelmeerunion

5. November 2008, 11:59
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Katalonische Hauptstadt setzte sich beim Außenministertreffen in Marseille gegen Malta und Tunis durch

Marseille - Die spanische Hafenstadt Barcelona in Katalonien soll Sitz der Mittelmeerunion werden. Darauf einigten sich die Außenminister der EU-Staaten und der an dem Kooperationsprojekt beteiligten Mittelmeerländer in der Nacht auf Dienstag in Marseille, wie es aus Delegationskreisen hieß. Barcelona habe sich gegen Tunis und Malta durchgesetzt.

Zudem soll die Arabische Liga künftig bei allen Treffen teilnehmen können, hieß es weiter. Der Generalsekretär der Union soll aus einem südlichen Land kommen, unter den fünf oder sechs Stellvertretern solle je ein Palästinenser und ein Israeli sein. Namen wurden zunächst nicht genannt. Die Diplomaten hätten sich außerdem geeinigt, das Wort Barcelona-Prozess aus dem Namen zu streichen und nur von der "Union für das Mittelmeer" zu sprechen.

Gipfeltreffen in Paris

Die Außenminister der insgesamt mehr als 40 EU-Mitglieder und der Mittelmeerländer setzen am Dienstag ihre Beratungen über Strukturen und Projekte der Union im französischen Marseille fort. Die Vorhaben müssen noch offiziell verabschiedet werden.

Die Mittelmeerunion war heuer im Sommer auf einem Gipfeltreffen in Paris ins Leben gerufen worden. Sie soll den seit 1995 bestehenden Barcelona-Prozess der Europäischen Union fortsetzen, der die Zusammenarbeit zwischen der EU und den Anrainerstaaten des Mittelmeeres zum Ziel hatte. Auf Betreiben der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel sind entgegen ursprünglichen französischen Vorstellungen alle EU-Staaten an der Mittelmeerunion beteiligt. (APA/dpa)

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