Ölbohrung dürfte Schlammvulkan auf Java ausgelöst haben

3. November 2008, 20:40
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Ein Erdbeben wurde von Experten bei einer Konferenz in Südafrika mit hoher Wahrscheinlichkeit als Ursache ausgeschlossen

Seit Mai 2006 ergießt sich, wie mehrfach berichtet, eine kochend heiße Schlammlawine im Osten der indonesischen Insel Java über Grund und Boden. Diese ist schuld an der Umsiedlung von inzwischen mehr als 30.000 Menschen. Die Ursache für den Schlammvulkan "Lusi" im Bezirk der Stadt Sidoarjo ist in der Fachwelt umstritten: Hat eine Ölbohrung der Firma Lapindo oder ein Erdbeben in Süd-Java das Desaster ausgelöst?

Wie BBC berichtet, haben Experten der "American Association of Petroleum Geologists" bei einer Konferenz in Kapstadt (Südafrika) nun die neuesten Untersuchungsergebnisse diskutiert. Demnach ist die Mehrheit der Experten zum Schluss gekommen, dass die Bohrung mit hoher Wahrscheinlichkeit an der Schlammlawine schuld sei. Das Erdbeben, das sich zwei Tage zuvor rund 280 Kilometer entfernt ereignet hatte, sei zu leicht und zu weit entfernt gewesen, fasst BBC die Konferenzergebnisse zusammen. Das Unternehmen Lapindo weist weiterhin jede Schuld von sich, habe doch der unterirdische Druck bei der Bohrung nie über einem kritischen Level gelegen und seien auch drei weitere Faktoren nicht vorhanden gewesen, die es jedoch brauche, um den Schlammausbruch auszulösen.

An die 10.000 Familien, die ihr Heim verloren haben, kämpfen um Entschädigung. "Lusi" könnte noch Jahre oder Jahrzehnte weitersprudeln - mit großen Auswirkungen nicht nur auf die Menschen sondern auch das Ökosystem in der Region. Versuche, den Schlammvulkan zu stoppen, sind bisher gescheitert.  Nun will die indonesische Polizei mit einer Untersuchung wenigstens die Schuldfrage der Katastrophe klären. (dy)

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    Mit großer Wahrscheinlichkeit hat eine Ölbohrung den schlafenden Schlammvulkan in Sidoarjo geweckt ...

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