Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate

Die Wiener Polizei führt im 15. Bezirk derzeit eine ganze Reihe von Schwerpunktaktionen durch. Nach zahlreichen Verhaftungen auf Prostituiertenseite will man sich jetzt verstärkt den Freiern widmen.
Jetzt bemüht sich der Bezirk wieder einmal um eine "umfassende Lösung"
***
In der Bar hielt es Irina nicht lange aus. "Da muss man immer trinken. Und ich kann nicht viel trinken", sagt die junge Bulgarin im roten Mini. Seit acht Monaten arbeitet Irina als Prostituierte im 15. Bezirk. In den ersten paar Wochen warb sie an der Bar eines Nachtlokals um Freier, jetzt wartet sie lieber in einer Seitengasse der Äußeren Mariahilfer Straße auf Kundschaft. "Ich arbeite gern allein", sagt die 28-Jährige.
Irina ist eine von 1728 Frauen, die derzeit in Wien legal als Prostituierte ihr Geld verdienen. Ein Gutteil dieser Frauen geht in Rudolfsheim-Fünfhaus auf den Strich. Seit Jahrzehnten ist der Bereich Äußere Mariahilfer Straße stadtbekanntes Rotlicht-Grätzel.
Zwischen 200 und 400 Frauen schaffen dort jede Nacht an. Fast genauso lange bekämpfen Anrainer den Straßenstrich vor ihrer Tür. Wobei der Ärger erst so richtig losging, seit vor ein paar Jahren die gesamte Äußere Mariahilfer Straße zur Schutzzone erklärt wurde. Denn die Sexarbeiterinnen weichen jetzt auf die ruhigen Gassen rund um die Durchzugsstraße aus und verhandeln dort bis zum Morgengrauen lautstark mit Freiern. "Die Verdrängung in die schmalen Seitenstraßen ist hochproblematisch", sagt Eva Van Rahden, Leiterin der Beratungsstelle "Sophie", wo jährlich gut 300 Sexarbeiterinnen vorbeischauen. "Dürften die Frauen auf ohnehin lauten Durchgangsstraßen stehen und müssten nicht in die Gassen ausweichen, glaube ich, würden sich Anrainer weit weniger belästigt fühlen." Weil sich die Anrainerproteste derzeit aber gerade wieder häufen, bemüht sich Bezirksvorsteher Gerhard Zatlokal gemeinsam mit der Stadtregierung um eine "umfassende Lösung" des uralten Dauerproblems.
Spielregeln neu gestalten
"Wir müssen die Spielregeln neu gestalten", sagt der rote Bezirkspolitiker. Frühestens in einem Jahr rechnet Zatlokal mit ersten Ergebnissen. Die Verdrängung in unbewohntes Gebiet könne allerdings keinesfalls Ziel dieser Bemühungen sein, sagt SPÖ-Gemeinderätin Sybille Straubinger. "Die Prostituierten würden dann noch gefährlicher leben und die Polizei hätte noch weniger Einblick." Derzeit führt die Exekutive verstärkt Kontrollen im 15. Bezirk durch. "Das ist eine bewusste Maßnahme, denn wir spüren in letzter Zeit einen starken Zustrom", sagt Peter Goldgruber, Leiter der sicherheitspolizeilichen Abteilung in Wien. "Es sind vermehrt illegale Sexarbeiterinnen ohne Gesundheitsuntersuchung unterwegs." Laut Goldgruber habe es zuletzt eine ganze Reihe von Anzeigen und Verhaftungen gegeben, künftig wolle man sich allerdings nicht nur auf die Prostituierten konzentrieren. "Wir haben uns bisher zu wenig den Freiern gewidmet, das wird sich in den nächsten Wochen ändern."
Bis heute gilt Prostitution laut einem Urteil des Obersten Gerichtshof aus den Achtzigern als "sittenwidrig." Was zur Folge hat, dass Prostituierte kein Dienstverhältnis eingehen und keine Honorare einklagen können. "Prostitution wird in Österreich immer moralisch abgehandelt und als Problem dargestellt", sagt van Rahden. "Fakt ist, dass es eine Nachfrage gibt und man deshalb versuchen muss, das Ganze so zu strukturieren, dass man miteinander leben kann."
Im 15. Bezirk dürfen Sexarbeiterinnen, die einen "Deckel" haben - also bei der Polizei registriert sind -, außerhalb der Schutzzonen rund um öffentliche Gebäude ab 20 Uhr auf der Straße stehen. "Die Nachfrage besteht allerdings auch am Tag", sagt van Rahden, "weshalb viele Frauen verbotenerweise auch am Tag auf der Straße anbahnen und dann im Gefängnis landen." Dass die Polizei derzeit sehr viele Geldstrafen verhängt, verschärft laut van Rahden die Situation der Frauen. "Manche haben bis zu 20.000 Euro Schulden aufgrund von Verwaltungsstrafen und müssten Tag und Nacht arbeiten, um sie abzubauen - wodurch sie weitere Strafen riskieren." (Martina Stemmer/DER STANDARD-Printausgabe, 04.11.2008)
Seit 8. April 2003 für die Öffentlichkeit zugänglich - Bisher 19 Millionen Entlehnungen, mehr als sieben Millionen Besucher
Michaela Reitterer, Eigentümerin des Boutiquehotels Stadthalle, blickt von ihrer Dachwohnung im 15. Bezirk auf ein Lavendelfeld
Laut Anfragebeantwortung wird "sukzessives" Aufsperren erwogen – Oxonitsch will sich nicht festlegen
45-Jähriger landete mit gebrochener Nase im Spital
Driendl von Rausschmiss überrascht - Auftrag sei nur Teilsanierung gewesen
Möglicherweise hatte der Mann die schweren Verletzungen nach einem Sturz erlitten
"Ich, der Wiener Gürtelbär, habe mir lange Gedanken gemacht, was ich nach dem Medienrummel um meine Person machen soll"
Wird in kommenden Jahren zum Pflegewohnhaus Rudolfsheim-Fünfhaus - Teil der Wiener Spitalsreform
Dem Riesen-Teddy im Bereich der U6-Station Gumpendorfer Straße strömen die Facebook-Freunde nur so zu - Doch was steckt dahinter?
Eine Führung durch den Tempel des buddhistischen Ordens Fo-Guang-Shan in der Sechshauserstraße im 15. Wiener Gemeindebezirk
Westbahnhof, Stadthalle, Lugner City und die Schmelz
Prostitution hat auf der Straße (Ausnahme unbewohntes Industriegebiet) nichts, aber auch rein gar nichts zu suchen. Habe einmal in der Nähe vom Gürtel gewohnt und egal ob Rock oder Hose, - ich wurde einige Male belästigt. Das war vor 20 Jahren. Die Mode ist im Hochsommer heutzutage so, dass man Diskogängerinnen äußerlich kaum von Prostituierten unterscheiden kann.- Tanga der aus der Hose schaut und dazu Schnürstiefel ist ja normal. Da bleibt nur eines : Schärfere Kontrollen. Wer schon mal von einem wildfremden Mann: " Was kostest Du?" gefragt worden ist, vergißt das sein Leben nicht. Denkt an Eure Töchter!!
Wie waere es mit staatlich gehaltenen und kontrollierten Haeusern, wo gute Bedingungen herrschen, kein abzockendes "Beschuetzerverhaeltnis" benoetigt wird, stattdessen Schutz vor Uebergriffen seitens der Freier und Schutz der Freier vor Krankheiten, alles auf legale Weise sowie keine Stigmatisierung der Frauen stattfindet? Gesundheitliche und soziale Betreuung keine nennenswerte Spese darstellen wurde weil die Steuereinnahmen in der Hoehe kontrolliert sein koennten, enorm viel bringen wuerde und gleichzeitig das verbrecherische "System im System" schwaecht? Und vor allem die Ideologie widerlegen koennte, dass "die normale Gesellschaft" nichts ist. worin man ohnehin keinen Platz hat?
Die, die am lautesten gegen Prostitution schreien sind in der Regel die, die deren Dienste am meisten gebrauchen.
Diese Doppelmoral ist ekelerregend.
Wenn eine jemand freiwillig und ohne Zwang diesem Beruf nachgehen will, wo bitte liegt dann das Problem?
Schließlich dürfen Investmentbanker ja auch unter Tags ihrem Beruf nachgehen....
... und die Frauen beschützen sollte der Staat. Denn die Prostituierten sind auch steuerpflichtig, weswegen der Staat eigentlich eine Zuhälterrolle einnimmt und die Polizisten als Exekutive scheinbar diese Rolle wahrnehmen
Tragisch wenn Frauen denken sie müssten sich verkaufen, aber die Nachfrage ist da, das Angebot auch. Wenn das in ordentlichen Bahnen abläuft, die Frauen Schutz finden wenn sie gezwungen werden, wäre das sicher für alle Beteiligten besser
Wenn "Sitten" auch Gepflogenheiten und Gewohnheiten bedeutet, dann kann das ja wohl nicht sein. Eine ältere Sitte als die Sache zwischen Prostituierten und Kunden gibts ja kaum.
gut und schön aber müssen die um 16:30 nachmittags schon dort stehen??
bzw. ist es nötig das ich meinen hund jeden tag in der früh an etlichen kondomen vorbeizerren muß kann man die nicht einfach in den mistkübel werfen (der gleich neben deren standpunkt liegt)?
und das wichtigste, tut es wirklich not das nahezu jede nacht 2 von denen zu streiten beginnen und lauthals herumschreien wenn andere schlafen wollen??
ich sehe mich selbst als toleranten menschen aber wenn man dort lebt und das über jahre mitmacht schwindet das verständnis doch ein wenig überhaupt wenn man seitens der exekutive immer nur ausflüchte zu diesem thema hört und so gut wie nie polizisten dort sieht (dafür nahezu täglich parksheriffs).
nahezu das einzige was die selten gesehenen polizisten hier unternehmen ist im schritttempo an den damen vorbei zu fahren und breit zu grinsen.
lt. antwortmal der exekutive auf meine anfrage können sie allerdings auch nicht viel mehr tun da angeblich die auslandszustellungen der strafen (die meisten prostituierten kommen lt diesem mail aus dem benachbarten ausland) nahezu unmöglich sind.
meiner meinung nach ein unhaltbarer zustand nur als anrainer ist man leider machtlos und leidet darunter.
Ich saß einmal in einem gutbürgerlichen Cafe und kam mit einer Frau ins Gespräch, die Apelsaft trank. Dabei erkundigte ich mich nach Ihrem Beruf. Sie antwortete verschmitzt, "Sexualtherapeutin" und grinste dabei.
Ehrlich gesagt, ich hätte davor aufgrund der erkennbaren Klugheit und des Allgemeinwissens der Frau eher auf eine leitende Angestellte eines internationalen Konzerns getippt.
Dort kam eine Prostituierte zu Wort, die das Weltbild des politisch korrekten Moderators ziemlich durcheinander brachte.
Sie mache diesen Job freiwillig, gerne und fühle sich viel weniger ausgenützt als etwa eine Billa-Kassierin, deren Monatslohn sie in wenigen Stunden verdiene.
Sie kenne viele Kolleginnen, denen es ähnlich gehe. Viele davon seien (entgegen weitläufiger Vorurteile) zur gebildeten Schicht zu rechnen: Ärztinnen, Managerinnen, etc. die dadurch eine bestens bezahlte Nebenbeschäftigung haben.
Damit sollen natürlich nicht die Probleme anderer Prostituierten schöngeredet werden. Jede Sache hat mindestens 2 Seiten. Manche ach so korrekten Zeitgenossen sind da leider sehr einseitig, wie dieses Forum so schön zeigt.
die frauen die das freiwillig machen stehen aber meist nicht auf der straße sondern gehen dem gewerbe in einem studio nach!
sicher, ich denke ein guter teil der rumäninnen und bulgarinnen die auf der felberstraße stehen machen das auch freiwillig.
hier stellt sich nur die frage was ist freiwillig.
sitzt man als frau in z.b. rumänien kriegt keinen job hat kein geld und zu wenig zu essen und muß vielleicht noch ein kind versorgen und beschließt irgendwann nach österreich zu kommen um sich tageweise zu prostituieren, ist das dann wirklich freiwillig nur weil kein prügelnder zuhälter dahinter steht??
Na klar, ich stell mir grad vor wie die Ärztin oder Managerin nach ihrer Arbeit mit Freude hinter den Westbahnhof marschiert und sich dort von irgendwelchen schrägen Typen im Auto anquatschen lässt.... ;)
Kann es sein, dass Sie da etwas verwechselt haben und es um die Klientel dieser Damen gegangen ist. Darunter sind mit Sicherheit viele Ärzte und Manager zu finden.
Jeden Tag sind einschlägige Inserate in den Tageszeitungen zu finden. Die beschriebenen Fälle werden wohl um einiges teurer sein und damit tatsächlich ein Vielfaches einer Billakassiererin verdienen!
Nona, die Inserate und die Räumlichkeiten müssen als Investitionen ja auch finanziert werden. Ob unterm Strich....wie passend in diesem Zusammenhang....mehr übrig bleibt, müsste man anhand einer P&L-Rechnung ermitteln.
Übrigens: Auch das nicht ganz ungebildete Lugner-Ex-Mausi soll als als Callgirl gearbeitet haben und von Bau-Subunternehmern Herrn Lugner als Dankeschön für einen erteilten Auftrag zur Verfügung gelegt worden sein. So haben sich die beiden angeblich kennen gelernt.
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.