Wissen: Selbstbehalt bei Entführungen

3. November 2008, 18:53
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Seit Novellierung des Konsulargebührengesetzes kann von Entführungsopfern Schadenersatz gefordert werden. Wenn sich eine Person "zu überwiegend touristischen Zwecken grob schuldhaft" in eine Situation begibt, die das Einschreiten des Bundesministeriums für europäische und internationale Angelegenheiten (BMeiA) erfordert, kann ein Kostenersatz von maximal 20.000 Euro pro Person gefordert werden, so der Gesetzestext.

Als grob fahrlässiges Verhalten gilt insbesondere das Missachten "von allgemein zugänglichen Informationen über Gefahrensituationen", wie etwa die Reisehinweise auf der Homepage des BMeiA.

Derzeit gibt es Reisewarnungen für zwölf Länder (darunter Algerien), für 15 weitere Staaten gelten partielle, das heißt auf bestimmte Krisenregionen beschränkte Warnungen (siehe Grafik).

Anlassfall für die Gesetzesänderung, die 2006 in Kraft getreten ist, war die Entführung von zwei Österreichern im Jemen 2005. Das Architektenpaar konnte nach wenigen Tagen befreit werden. Seither kam das Gesetz noch nie zur Anwendung. (mar/DER STANDARD, Printausgabe, 4.11.2008)

 

 

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