Solidarleistung - von RAU

3. November 2008, 18:41
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Gut, dass wir in einer Gesellschaft leben, die zuerst hilft

Natürlich ist im Fall der Sahara-Geiseln etwas gezahlt worden (wenn auch nicht alles direkt an die Geiselnehmer). Warum auch nicht? Hätte man die beiden Österreicher umkommen lassen sollen? Ja, aber sie haben sich doch leichtsinnig und/oder fahrlässig in Gefahr gebracht? Da soll die Solidargemeinschaft jetzt dafür die Haftung übernehmen? (So läuft es durch die Internetforen).

Da ist was dran. Aber andererseits übernimmt die Solidargemeinschaft auch die Haftung für hunderttausende Mitbürger, die sich leichtsinnig/fahrlässig durch eine ungesunde Lebensweise in Gefahr bringen. Krebs (durch Rauchen) und Herz-Kreislauf-Erkrankungen (durch Rauchen und Falschernährung) kosten bei längerem Verlauf einige hunderttausend Euro pro Patient. Das wird durch die Solidarleistung der gesetzlichen Krankenversicherung abgedeckt, und das ist gut so.

Eines Tages wird es da vielleicht spezifische Selbstbehalte geben, aber jetzt und noch ziemlich lange nicht. Im Unterschied zu den Geiseln, die sehr wohl einen (kleinen) Teil zahlen werden müssen. Insgesamt ist gut, dass wir in einer Gesellschaft leben, die zuerst hilft und nicht zuerst nach den Kosten fragt. (rau/DER STANDARD, Printausgabe, 4.11.2008)

 

 

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