Rapid will nachträglich punkten

3. November 2008, 17:50
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Hütteldorfer könnten mit einem Sieg am Dienstag in Klagenfurt zum ersten Bullen-Verfolger avancieren - Neuer Torrekord möglich

Wien/Klagenfurt - Am Dienstag wird in der Klagenfurter Hypo Group Arena die Tabelle der tipp3-Fußball-Bundesliga begradigt, das Nachtragsspiel zur 13. Runde zwischen Austria kelag Kärnten und Rapid Wien (19.00 Uhr/live Premiere Austria) ausgetragen. Die Hausherren könnten mit einem Remis SV Josko Ried vom fünften Tabellenplatz verdrängen, die Gäste mit einem Drei-Punkter Sturm Graz hinter sich lassen und mit einem Zähler Rückstand auf den Titelfavoriten zum ersten Bullen-Jäger avancieren.

Statistik spricht für Rapid

Die Statistik spricht für den Meister, der seit der Kärntner Ehe mit Pasching alle fünf Partien gegen Austria Kärnten gewonnen hat (11:2 Tore). Einen Erfolg eines Klagenfurter Vereins im Oberhaus gab es zuletzt am 9. November 2003 (2:0 am Wörthersee). "Jede Serie geht einmal zu Ende. Ich glaube meine Mannschaft ist bereit, mindestens einen Punkt zu machen. Wenn es mehr wird, würde uns das freuen", sagte Frenkie Schinkels, der mit der Unterstützung von an die 15.000 Zuschauer rechnet, vor seinem 26. Liga-Spiel (9-7-9/16:22 Tore) als Kärnten-Trainer.

Mit Ausnahme eines 0:4 sind alle Spiele knapp ausgegangen. "Wir haben gegen Rapid immer guten Fußball geboten, Rapid war aber immer glücklicher", meint Schinkels, der nach dem 1:1 gegen SV Ried eine bessere Chancen-Auswertung herbeisehnt. "Aus vier, fünf Hundertprozentigen muss man mehr Tore machen. Wir haben aus keiner Möglichkeit, sondern aus einer Standard das Tor erzielt", so der Trainer, der zwar den gesperrten Wolf wieder zur Verfügung hat, aber für den Rest der Herbstsaison auf den brasilianischen Stürmer Schumacher (Muskelfaserriss) verzichten muss.

Boskovic fällt aus

Auch Schinkels-Kollege Peter Pacult fällt mit dem gesperrten Boskovic ein wichtiger Mann aus. Für den Montenegriner könnte im Mittelfeld Kulovits zum Zug kommen. Im Angriff dürfte noch die Frage offen sein, wer neben Maierhofer aufgeboten wird. Hoffer, der seiner Form hinterherläuft, war zuletzt in Kapfenberg ausgewechselt worden, hat die Klagenfurter im jüngsten Treffen am 19. Juli in Wien mit seinem Goldtor in der 95. Minute aber im Alleingang besiegt.

Bonus gebe es keinen, es spiele der, der gut in Form sei, sagte Pacult und fügte hinzu, dass er nach dem Boskovic-Ausfall zwei Varianten parat habe. Eines darf Rapid in Klagenfurt sicher nicht: So fahrlässig mit den Torchancen umgehen wie zuletzt in Kapfenberg (2:0). "Die Kärntner sind spiel- und laufstärker. Leute wie Junuzovic, Weber, Adi und Sandro darf man nicht spielen lassen. Wir müssen selbst agieren und wollen drei Punkte machen", sagte Pacult.

Aggressive Rapid

Dass seine Truppe zuletzt in Kapfenberg so viele Möglichkeiten herausgearbeitet hat, lag auch an der vom Start weg gezeigten Aggressivität. "Damit haben wir Kapfenberg die Schneid abgekauft", erinnerte Pacult. Mit dem Meister gastiert das aktuell erfolgreichste Auswärtsteam der Bundesliga in Klagenfurt. Die Grünweißen haben nach sieben Partien in der Fremde vier Sieg und drei Niederlagen sowie 16:9 Tore zu Buche stehen, zuletzt gab es zwei Zu-Null-Erfolge (1:0 gegen SV Mattersbrug und 2:0 in Kapfenberg).

Erzielen die Kärntner und Rapidler ihrem Dienstag-Spiel, das nach dem Tod des Landesfürsten und Gönners Jörg Haider am 18. Oktober abgesagt wurde, zusammen mehr als zwei Tore, dann gibt es einen neuen Rekord in der Zehnerliga. Die bisherige Bestmarke datiert vom 18. Mai 1976, als 27 Treffer (Schnitt 5,4) fielen. Nach vier Spielen zur 13. Runde liegt die Ausbeute bei 25 Goals (6,25). Von dem Nachtrag hängt es auch ab, ob der bestehende Saison-Minus-Rekord an Zuschauern aus der vierten Runde (37.200/7.440) unterboten wird. Bisher zählte der 13. Durchgang mit vier Spielen 23.200 Zuschauer (5.800). (APA)

Die mögliche Aufstellungen für das Nachtragsspiel zur tipp3-Fußball-Bundesliga (13. Runde)

SK Austria kelag Kärnten - SK Rapid Wien (Dienstag, Klagenfurter Hypo Group Arena, 19.00 Uhr/live Premiere Austria, Schiedsrichter Thomas Einwaller/T). Saison-Ergebnisse 2007/08: 0:4 (auswärts), 1:2 (heim), 0:2 (h), 1:2 (a); 2008/09: 0:1 (a)

Kärnten: Schranz - Pusztai, Chaile, Ortlechner, Prawda - Wolf, Buvka, M. Weber, Junuzovic, Sandro - Adi. Ersatz: H. Weber - Bubenik, Dollinger, Hinum, Nuhiu, Chiquinho, Pichorner

Es fehlen: Mair, Riedl, Schumacher (alle verletzt)

Rapid: Lukse/Hedl - Dober, Tokic, Patocka, Palla - Hofmann, Kulovits, Heikkinen, Drazan - Maierhofer, Jelavic. Ersatz: Hedl/Lukse - Eder, Harding, Ketelaer, Kavlak, Hoffer

Es fehlen: Payer, Gartler (beide rekonvaleszent), G. Koch, Thonhofer, Katzer (alle verletzt), Boskovic (gesperrt)

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    Pacult weiß: "Leute wie Junuzovic, Weber, Adi und Sandro darf man nicht spielen lassen"

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