Wissen: Verstaatlichte Banken

3. November 2008, 17:36
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Spektakulär war der Fall der Creditanstalt in den 1930er-Jahren: Nachdem die damals größte Bank Österreichs zuvor einige andere zusammengekrachte Banken auffangen musste, geriet sie selbst ins Wanken und ging im Mai 1931 pleite. Da sie aber die Hausbank fast aller Industriebetriebe war, musste sie mit Regierungshilfe gerettet werden. In zwei "Creditanstalt-Gesetzen" wurde die Schuldenübernahme durch den Staat geregelt.

Im Ständestaat und unter der nationalsozialistischen Herrschaft ging die Creditanstalt völlig in Staatsbesitz auf, nach dem Krieg blieb sie unter der Kontrolle der Republik, vor allem wegen der umfangreichen Industriebeteiligungen (Steyr-Daimler-Puch, Semperit, Wienerberger, Lenzing, Universale Bau, Donau Chemie etc.). Die Privatisierung erfolgte schrittweise bis zur endgültigen Fusion mit der Bank Austria 1997.

Mit Zuschüssen gerettet werden musste Anfang der 80er-Jahre auch die seit 1946 staatliche Länderbank, die durch die Pleiten des Wiener Kameraherstellers Eumig und den Betrugsfall um Klimatechnik fast eingegangen wäre. Die Länderbank erholte sich nie mehr und wurde 1991 mit der gemeindeeigenen Wiener Zentralsparkasse ("Z" ) zur Bank Austria fusioniert. (szem, DER STANDARD, Printausgabe, 4.11.2008)

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