Ungarn stellt sich auf Rezession ein

3. November 2008, 18:45
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Ein Stabilisierungsfonds ist geplant

Budapest - Der ungarische Finanzminister János Veres hat am Montag im Budapester Parlament den im Hinblick auf die kommende Rezession überarbeiteten Budgetentwurf für 2009 vorgelegt. Mit 773,34 Mrd. Forint (gut drei Mrd. Euro) wird das Defizit 2,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) ausmachen und damit erstmals die Drei-Prozent-Marke unterschreiten. Das ist aber auch die einzig gute Nachricht.

Infolge der für Ungarn besonders verheerenden Auswirkungen der globalen Finanzkrise geht der Haushaltsentwurf von einem einprozentigem Schrumpfen des BIP aus. Die Reallöhne werden um 2,7 Prozent, der Inlandskonsum um 3,1 Prozent sinken, sagte Veres.

Der Finanzminister hat seinen Entwurf bereits zum zweiten Mal umgearbeitet, nachdem jeweils neue Hiobsbotschaften über den Zustand der krisengebeutelten ungarischen Wirtschaft die vorangegangenen Zahlenwerke zur Makulatur gemacht hatten. Den drohenden Staatsbankrott hat letzte Woche die internationale Gemeinschaft abgewendet, indem sie dem Land einen Kreditrahmen in Höhe von 20 Mrd. Euro zusagt hat.

Premierminister Ferenc Gyurcsány will einen Stabilisierungsfonds in Höhe von 1000 Mrd. Forint auflegen. In den kommenden Tagen soll es dazu Gespräche u. a. mit den Sozialpartnern geben. (Gregor Mayer aus Budapest, DER STANDARD, Printausgabe, 4.11.2008)

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