Damoklesschwert über Ankerbrot: Pachtvertrag läuft mit Jahresende aus

3. November 2008, 16:48
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Wie die Besitzer der Liegenschaft mitteilten, läuft bis Jahresende der Pachtvertrag am Produktionsstandort Wien-Favoriten aus, Ankerbrot dementiert

Wien - Auf die Wiener Traditionsbäckerei Ankerbrot kommen zwei spannende Monate zu. Wie die Besitzer der Liegenschaft mitteilten, läuft bis Jahresende der Pachtvertrag für die Großbäckerei am Produktionsstandort Wien-Favoriten aus, was wiederum von Ankerbrot in Abrede gestellt wird. Am Standort arbeiten rund 800 Mitarbeiter.

Wie die Eigentümergesellschaft ASC Liegenschaftsverwaltung heute mitteilte, wird es nun zeitlich eng für die deutsche Millionärsfamilie Ostendorf, die Ankerbrot 2003 mehrheitlich übernommen hatte. "Wir hatten wiederholte Male auf die Dringlichkeit der Situation hingewiesen. Wir sind aber immer noch an einer Lösung interessiert. Nun ist Herr Ostendorf am Zug", so die ASC.

Der Pachtvertrag wurde im Zuge eines Sanierungsprogramms mit den Gläubigerbanken (Bank Austria, RZB, Erste Bank, Oberbank, BAWAG) im Jahr 2005 geschlossen. Damals wurde die rund 70.000 Quadratmeter große Liegenschaft den Gläubigerbanken übertragen, im Gegenzug wurden Verbindlichkeiten in der Höhe von 32 Mio. Euro getilgt. Bis Ende 2008 darf Ankerbrot das Gelände nutzen, so die Vereinbarung, schreibt das "WirtschaftsBlatt" (Montag-Ausgabe).

Aus Bankenkreisen hieß es demnach, der Firma Ankerbrot wurde ein Rückkauf der Liegenschaft angeboten, dies wurde jedoch bisher abgelehnt. Also müsse das Unternehmen ausziehen. Inzwischen werde vonseiten der Banken bereits an einem Immobilienentwicklungsprojekt für die Liegenschaft gefeilt.

Die Stadt Wien hat Ankerbrot bereits mehrere Alternativstandorte für die Produktion angeboten, unter anderem in der Nähe des Zentralfriedhofs. Das wird auch vom Wiener Wirtschaftsförderungsfonds (WWFF) bestätigt. "Es gäbe mehrere Optionen in Wien. Auch bei der Finanzierung sind wir sehr kreativ. Es gibt etwa die Möglichkeit, eine Projektgesellschaft zu gründen, die die Fabrik baut und dann an Ankerbrot vermietet", so WWFF-Sprecher Georg Brockmeyer zur Zeitung. (APA)

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