Europa-Premiere in Belgien: Frau zu islamischer Geistlichen ernannt

3. November 2008, 16:37
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Als Imamin dritter Rangordnung darf Hourria Fettah kein Gebet leiten, aber predigen - Zustimmung des Exekutivrats der belgischen Muslime noch notwendig

Brüssel - In Belgien ist erstmals in Europa eine Frau zur islamischen Geistlichen ernannt worden. Der Rat der Assahaba-Moschee im wallonischen Verviers nominierte die 35-jährige Hourria Fettah zum weiblichen Imam. Als Geistliche dritter Rangordnung darf sie kein Gebet leiten, aber Predigten abhalten. Ihre Ernennung bedarf noch der Zustimmung des Exekutivrats der belgischen Muslime.

Ausdruck eines reformistischen Kurses

Laut einem der Ratsmitglieder der Moschee dient ihre Ernennung der "Einbindung der weiblichen Bevölkerung" in die Gemeinschaft. Die Mutter dreier Kinder ist belgisch-algerischer Abstammung und setzte sich in ihrer Bewerbung um den Posten gegen vier Gegenkandidaten durch. Unter den Kriterien für die Bewerbungen hatte der Moschee-Rat unter anderem ausdrücklich die Unterstützung eines reformistischen Kurses im europäischen Kontext und die Auseinandersetzung mit der belgischen und europäischen Gesellschaft gefordert.

Frauengruppen im Gebet leiten

Drei von vier sunnitischen Rechtsschulen, aber auch viele schiitische Rechtsschulen sind der Auffassung, dass Frauen Frauengruppen im Gebet leiten dürfen, allein die Rechtsschule der Malikiten erlaubte dies bisher nicht. (APA/red)

  • Weibliche Imame gibt es vor allem in der Türkei, in Marokko und auch in muslimischen Gemeinden Amerikas und Asiens. In vielen arabischen Staaten jedoch wäre eine weibliche geistige Führerin undenkbar. 
Die Chinesische Imamin Wang Shouying (im Bild mit dem Koran) leitet zum Beispiel das Gebet für Frauen ihrer Gemeinde, sie regt zur Diskussion über Glaubensfragen an, die in ihrem Verständnis auch immer Lebensfragen sind: "Weibliche Imame sind dafür am besten geeignet, weil sie eine starke Verbundenheit mit ihren Glaubensschwestern haben - anders als die männlichen Imame.
    Foto: APA/AP/Elizabeth Dalziel

    Weibliche Imame gibt es vor allem in der Türkei, in Marokko und auch in muslimischen Gemeinden Amerikas und Asiens. In vielen arabischen Staaten jedoch wäre eine weibliche geistige Führerin undenkbar.

    Die Chinesische Imamin Wang Shouying (im Bild mit dem Koran) leitet zum Beispiel das Gebet für Frauen ihrer Gemeinde, sie regt zur Diskussion über Glaubensfragen an, die in ihrem Verständnis auch immer Lebensfragen sind: "Weibliche Imame sind dafür am besten geeignet, weil sie eine starke Verbundenheit mit ihren Glaubensschwestern haben - anders als die männlichen Imame.

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