ORF fördert Dokus von Seidl und Sauper

3. November 2008, 16:17
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Auch Glavinic-Verfilmung von Robert Pejo unter den mit 805.000 Euro unterstützten Projekten

Wien - Mit insgesamt 805.000 Euro unterstützt der ORF sieben neue Kinoprojekte, hieß es heute, Montag, in einer Aussendung. In der 136. Sitzung der Gemeinsamen Kommission von ORF und Österreichischem Filminstitut (ÖFI) wurden Herstellungs- und Innovationsförderungen für die neuen Dokumentarfilme von Ulrich Seidl und Hubert Sauper sowie die Verfilmung von Thomas Glavinic' Roman "Kameramörder" durch Robert Pejo vergeben.

"Stillleben"

"Kameramörder" wird als österreichisch-ungarisch-schweizerische Koproduktion angegangen, von österreichischer Seite sind die Lotus Film sowie das AV Medienbüro beteiligt. Im Mittelpunkt des Psychogramms stehen zwei Pärchen, die gemeinsam ein entspanntes Wochenende am Land verbringen wollen, deren Ausflug sich jedoch zum Horrortrip entwickelt. Als zweites Spielfilmprojekt wird "Stillleben" von "tschuschen:power"-Autor Thomas Reider gelistet. In der Regie von Sebastian Meise und in der Produktion von Lotus Film und Freibeuter Film dreht sich alles um ein Geschwisterpaar, das sich durch einen schockierenden Brief wieder näher kommt.

"Vergessene Kinder"

Unter den fünf Doku-Projekten findet sich u.a. Ulrich Seidls Eigenproduktion "Im Keller", in dem der Regisseur - wohl nicht zuletzt anlässlich der Fälle Kampusch und Fritzl - österreichische Keller unter die Lupe nimmt. Und Hubert Sauper, mit "Darwin's Nightmare" für einen Oscar nominiert, fühlt in "Entente Cordiale - Friendly Agreement" der Kolonialisierung in der heutigen Zeit auf den Zahn. Die österreichisch-französische Koproduktion entsteht unter der Beteiligung der Wiener KGP-Film. Die weiteren Doku-Projekte sind "Vergessene Kinder" von Ed Moschitz (coop99) über alleingelassene moldawische Kinder, "Abseits" von Hüseyin Tabak (Aichholzer Film) über acht Teilnehmer des "Homeless World Cup" sowie "Überleben in Venedig" von Andreas Pichler (Golden Girls Filmproduktion) über Massentourismus und Identitätsverlust in der italienischen Stadt. (APA)

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