Wiener nutzen das Handy in der Öffentlichkeit "pragmatisch"

3. November 2008, 15:30
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Studie: 60 Prozent telefonieren kürzer, nur ein Drittel will Gespräch verschieben - Mehrheit gegen Verbot in Öffis

Die Wiener Bevölkerung wählt bei der öffentlichen Benutzung von Handys offenbar einen "pragmatischen Mittelweg". Das ist das Ergebnis einer Studie des Markt- und Meinungsforschungsinstituts GfK Austria. Demnach würden 60 Prozent der Befragten in öffentlichen Situationen kürzer als üblich telefonieren, um nicht zu stören. Andererseits seien aber auch nur rund ein Drittel der Befragten bereit, ihre Gespräche auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben, hieß es in einer Aussendung der Mobilkom am Montag.

71 Prozent für Handyverbot in Flugzeugen

Ambivalent zeigen sich die Bewohner der Bundeshauptstadt auch in Sachen Handyverbot: Laut der "Social Impact Studie 2008" lehnen es 69 Prozent der insgesamt 1.100 Befragten ab, dass künftig in Straßenbahnen oder Autobussen Telefonieren nicht mehr erlaubt sein soll. Im Fall der U-Bahn sind dies 68 Prozent. Gleichzeitig sprechen sich 71 Prozent für ein solches Verbot in Flugzeugen aus. Bereits bestehende Einschränkungen wie etwa in Krankenhäusern, Kirchen oder bei Theaterbesuchen finden zudem bei 88 Prozent der Wiener Zustimmung.

90 Prozent schätzen Koordination mit Freunden und Familie

Unbestritten scheint, dass das Mobiltelefon mittlerweile eine zentrale Rolle im Alltag spielt: Nur vier Prozent nannten das Handy als jenen Gegenstand, auf den sie am ehesten verzichten könnten. Dieser Wert wurde nur noch vom Internet (ein Prozent) in den Schatten gestellt. Für 78 Prozent der Befragten würde das Handy das Leben erleichtern, 90 Prozent schätzten die einfachere Koordination mit Familie und Freunden, hieß es.

Lautlos statt abschalten

Demnach wird der Apparat auch immer seltener abgedreht und stattdessen die Lautlos-Funktion aktiviert - wie etwa in Restaurants, in Öffis sowie bei beruflichen Besprechungen. Stattdessen ist es bei Begräbnissen offenbar noch en vogue, vorübergehend nicht erreichbar zu sein: Laut Studie, die von der Mobilkom Austria in Auftrag gegeben wurde, drehen dort die Hälfte der Befragten ihr Handy ab, nur 34 Prozent schalten auf lautlos. (APA)

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