Österreichs Jugendliche sind keine "Anti-Europäer"

3. November 2008, 15:07
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Lediglich sechs Prozent bezeichnen sich als EU-Gegner - Vor allem Zuwanderungspolitik und Pensionssicherung werden von Jugendlichen als dringende Anliegen empfunden

Wien- Österreichs Jugendliche sind der Europäischen Union gegenüber mehrheitlich positiv eingestellt. Die Möglichkeit in anderen Ländern zu arbeiten oder studieren wird von 83 Prozent der jungen Menschen besonders geschätzt, so das Ergebnis einer aktuellen Jugendstudie, die am Montag anlässlich der Europäischen Jugendwoche in Wien präsentiert wurde. Die Heranwachsenden orten jedoch Gefahren für den Frieden, so Studienautor Manfred Zentner vom Institut für Jugendkulturforschung. Als Bedrohung sehen die Jugendlichen auch die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich.

Sechs Prozent der Befragten bezeichnen sich selbst als "Anti-Europäer". In Sachen Jugendpolitik herrscht laut Umfrageergebnissen Informationsbedarf. Jeder Dritte weiß nicht, was auf europäischer Ebene für Jugendliche gemacht wird. Ähnlich verhält es sich in Bereichen der kommunalen und nationalen Jugendpolitik. Aufklärung über politische Zusammenhänge ist durchaus erwünscht: "Die Politiker sollen mit Jugendlichen reden und ihnen erklären, was sie machen", so der Wunsch einer jungen Befragten. Aber nicht nur die Politiker sind gefordert, auch Schulen und Lehrer sollen über Politik informieren.

Wunsch nach Thematisierung von Bildung

Themen, denen sich die Politik nach Wunsch der Jugendlichen mehr widmen sollten, sind "Ausbildung und Bildung", "Arbeitswelt und Beruf", aber auch Freizeitmöglichkeiten für junge Menschen. Auf österreichischer Ebene werden vor allem Zuwanderungspolitik und Pensionssicherung als dringende Anliegen empfunden.

Mehr Freizeitangebote, Umweltschutz und ein besseres Zusammenleben von Inländern und Ausländern sind Anliegen, für die sich die Jugendlichen in Österreich aktiv einsetzen. Der Zugang zur Politik ist aber sehr traditionell: Die Teilnahme an öffentlichen Diskussionen, Beteiligung bei Wahlen und die Mitarbeit bei Jugendorganisationen werden als wichtige Instrumente gesehen, um mitzumischen. (APA)

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    Sechs Prozent der Befragten bezeichnen sich selbst als "Anti-Europäer".

  • Die Möglichkeit 
in anderen Ländern zu arbeiten oder studieren wird von 83 Prozent der jungen 
Menschen besonders geschätzt.
    foto: michel euler
    Foto: MICHEL EULER

    Die Möglichkeit in anderen Ländern zu arbeiten oder studieren wird von 83 Prozent der jungen Menschen besonders geschätzt.

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