Prozess zwischen Mobilkom und Salzburger Umweltmediziner beendet

3. November 2008, 14:38
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Oberfeld zog eigene Studie zurück - Hatte "signifikant erhöhtes Krebsrisiko" im Umfeld von Handymasten attestiert

Der Rechtsstreit zwischen der Mobilkom Austria und dem Salzburger Umweltmediziner Gerd Oberfeld ist beendet. Der Arzt hatte im Umkreis einer vermeintlichen Sendeanlage im steirischen Hausmannstätten ein "signifikant erhöhtes Krebsrisiko" festgestellt. Die Mobilkom klagte Oberfeld daraufhin auf Widerruf und Unterlassung, weil sich ihren Angaben zufolge bis 1994 dort keine C-Netz-Sendeanlage befunden habe. Nun hat der Mediziner die Untersuchung laut Mobilkom zurückgezogen, das gerichtliche Verfahren sei damit beendet.

Ablauf

Die erste Verhandlung zwischen Mobilkom und Oberfeld in Salzburg am 23. Juni war wegen der Einvernahme von Zeugen ursprünglich auf morgen, Dienstag, vertagt worden und werde nun nicht mehr stattfinden. Es sei vor Gericht bestätigt worden, dass die Behauptung eines erhöhten Krebsrisikos aufgrund einer Mobilfunkanlage "durch die klare Faktenlage widerlegt und unrichtig ist, da an diesem Standort nie eine C-Netz-Sendeanlage existierte", hieß es am Montag in der Aussendung der Mobilkom. Man verzichte auf einen Kostenersatz durch den Salzburger Umweltmediziner im Verfahren, "da es um die Sache ging und keinesfalls eine Einzelperson durch das Unternehmen wirtschaftlich bedrängt werden sollte".

Aufregung

Die von Oberfeld veröffentliche Untersuchung sorgte national und international für große Aufregung. Seine im Auftrag des steiermärkischen Gesundheitsressorts erstellte Langzeitstudie im Raum Vasoldsberg/Hausmannstätten bezog sich auf den Zeitraum von 1984 bis 1997, bis 1994 habe es dort laut Mobilkom keine Sendeanlage gegeben. Die Mobilkom als Eigentümer des betroffenen Standortes forderte Oberfeld gemeinsam mit allen Mobilfunkunternehmen wiederholt zum öffentlichen Widerruf der Studie auf und klagte den Umweltmediziner im März. Oberfeld habe aufgrund der Faktenlage seine Studie schließlich zurückgezogen und eingestehen müssen, "dass diese auf absolut unzureichender Recherche beruhte", so die Kläger. "Eindeutige Beweise" - Aufzeichnungen der Post- und Telegrafendirektion, ein Luftbild, eine amtliche Chronologie des Standortes sowie ein Schreiben des Verkehrsministeriums an das Gesundheitsministerium - würden die Existenz einer Sendeanlage widerlegen.

Beachtung

Die Mobilkom forderte in diesem Zusammenhang "erhöhte Beachtung von anerkannten Standards bei wissenschaftlichen Untersuchungen. Uns ging es vor allem darum, dass die österreichische Bevölkerung nicht durch nachweislich unzutreffende Behauptungen in die Irre geführt wird", stellte Boris Nemsic, CEO Mobilkom Austria und Telekom Austria Group, fest. (APA)

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