Ex-Finanzminister Androsch mahnt zur Eile

3. November 2008, 14:21
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Heimische Banken haben in Osteuropa Kredite im Volumen von fast 200 Milliarden Euro vergeben, das sind mehr als 60 Prozent der gesamten österreichischen Wertschöpfung

Wien - "Die Zeit des billigen Geldes ist vorbei", sagte der ehemalige Vizekanzler und Finanzminister Hannes Androsch (SP) am Telefon zum "ORF-Radio". Der Industrielle, der in den Aufsichtsrat der neuen Bankenbeteiligungsagentur der Staatsholding ÖIAG berufen wurde, mahnt zur Eile: Die heimischen Banken hätten Kredite in Höhe von mehr als 60 Prozent der gesamten österreichischen Wertschöpfung in Osteuropa vergeben, das sei ein Volumen von fast 200 Mrd. Euro.

Solange der Wirtschaftsmotor in Osteuropa gelaufen ist wie am Schnürchen, sei diese Kreditsumme kein Grund zur Sorge gewesen. Jetzt bröckeln aber wöchentlich die Wirtschaftsprognosen, und gleich zwei Staaten - Ungarn und die Ukraine - müssen mit Milliardenhilfe vom Internationalen Währungsfonds (IWF) aufgefangen werden.

Das Annehmen von Staatsgeld sei eine kluge Vorsichtsmaßnahme, kein Makel, sagte Androsch. Die "Banken-ÖIAG" wickelt das Bankenhilfspaket der Regierung gemeinsam mit dem Bund ab. (APA)

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