Auswirkungen auch in Österreich

3. November 2008, 13:55
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Eine Welle von Kurzarbeit, Werksferien und anderen produktionsdämpfenden Maßnahmen ist heute über die heimische Autozulieferindustrie hinweggeschwappt

Wien - Eine Welle von Kurzarbeit, Werksferien und anderen produktionsdämpfenden Maßnahmen ist per heute, Montag über die heimische Autozulieferindustrie hinweggeschwappt. Allein in der Steiermark sind seit heute 4.000 Mitarbeiter der bisher erfolgsverwöhnten Branche in Kurzarbeit. Anderswo behilft man sich vorerst noch mit kurzfristigen Werksferien und "flexiblen Arbeitszeitmodellen".

Die österreichische Zulieferindustrie folgt damit ihren meist deutschen Kunden, die in Deutschland und der Slowakei immer wieder die Bänder anhalten. So stehen seit heute die BMW-Werke in München, Regensburg und Dingolfing für fünf Tage still. Neben Daimler gilt BMW als der größte Einzelkunde der österreichischen Zulieferindustrie.

Parallel zu den bayerischen Werken hält BMW auch seine Motorenfertigung im oberösterreichischen Werk in Steyr an - zwei Tage bei den Benzinmotoren (Donnerstag, Freitag) und die ganze Woche bei den Dieselaggregaten,mit denen rund zwei Drittel des Outputs gemacht wird. Rund 1.600 der gut 2.600 Mitarbeiter sind nach früheren Angaben betroffen. Während des Stillstands werden allfällige Überstunden abgebaut, ein vor Jahren eingeführtes "Arbeitskonto" erlaubt flexibles Arbeiten "jetzt einmal in die andere Richtung", wie ein Sprecher des BMW-Motorenwerkssagt. Andere oberösterreichische Zulieferbetriebe haben bis Ende vergangener Woche zusammen 500 Beschäftigte zur Kurzarbeit angemeldet.

Graz-Thondorf

Am Montag sind ferner in der Magna-Autofabrik in Graz-Thondorf 2.616 Personen in Kurzarbeit gegangen - vorerst bis Ende Jänner 2009, wie ein Magna-Sprecher bestätigte. Dazu kommen noch 380 Personen im Magna-Karosseriewerk in Albersdorf. Hier ist bis in die dritte Februarwoche 2009 Kurzarbeit vereinbart. Albersdorf liefert nach Graz-Thondorf, ein guter Teil geht auch zu VW in Bratislava. Mit den Einschnitten bei Magna sind allein im steirischen Autocluster 4.000 Menschen in Kurzarbeit. Weitere 1.000 Beschäftigte arbeiten in der Steiermark in anderen Branchen kurz.

Das GM-Powertrain-Werk in Aspern hatte bereits im Oktober einige Tage lang die Produktion einstellen müssen. Für November gibt es weitere produktionsfreie Tage - nur einen bei den Motoren und bis zu sechs Tage bei den Getrieben, sagte eine Sprecherin der APA. Besonders flau ist die Nachfrage bei den Fünfganggetrieben. Die frühere Opel-Fabrik hat mit der Belegschaftsvertretung ein "Bandbreitenmodell" vereinbart, das es erlaubt, in der produktionsfreien Zeit "Minusstunden" zu schreiben. Natürlich werden auch noch bestehende Überstunden abgebaut.

Zu Tausenden abgebaut bzw. nicht verlängert haben die Großbetriebe die über Zeitarbeitsfirmen beschäftigten Leiharbeiter, die während der Hochkonjunktur eingestellt worden waren, um die Arbeitsspitzen abzufedern. Mit Ausnahme von Magna in Graz sind größere Kündigungswellen beim Stammpersonal bisher noch nicht bekanntgeworden. (APA)

 

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