"Mitteleuropäisches Theaterkarussell" in Wien

3. November 2008, 13:44
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Theater Brett zeigt Produktionen aus der Slowakei, Polen, Tschechien und Ungarn

Wien - Bereits zum vierten Mal veranstaltet das Wiener Theater Brett das "Mitteleuropäische Theaterkarussell" und stellt 16 Theaterproduktionen aus der Slowakei, Polen, Ungarn und Tschechien vor. Aufführungen wie "Indianer in Gefahr" des Brünner Experimentaltheaters HaDivadlo, "Alibi" vom ungarischen Reka Szabo Ensemble sowie die Produktion "Geschichten aus Petrzalka" aus der Slowakei sollen dem Publikum einen Einblick in das Theatergeschehen des mitteleuropäischen Raumes bieten, so das Theater. Das Festival startet am Dienstag (4. November).

Den Auftakt macht das tschechische Theater HaDivadlo mit seinem Stück "Indianer in Gefahr", das sich den Verwandlungen des 20. Jahrhunderts widmet. Das Buch stammt von Jiri Havelka, der auch Regie führte. Fortsetzung findet der tschechische Schwerpunkt am 9. November mit einem Konzert der Gruppe "Ha Chucpa", die mit hebräischen und jüdischen Liedern und Texten die jüdische Tradition in Brünn wieder beleben wollen. Weiters werden noch "Meine schöne Welt" von Pavel Trtilek und Jan Krupa aufgeführt und "Savannah Boy" von Marguerite Duras.

Freiheit / Unfreiheit

Unter dem Motto "Wenn die Freiheit nicht zur Unfreiheit führt" steht die Aufführung "Tango" von Slawomir Mrozek. Der Satiriker betrachtet dabei das 68er Jahr aus der heutigen Perspektive. Einen Tag darauf, am 8.11., wird die österreichisch-polnische Koproduktion "Emigranten" gezeigt, die ebenfalls von Mrozek stammt.

Das Dokumentartheater "Geschichten aus Petrzalka" widmet sich am 13. November wahren Geschichten von den Bewohnern des Preßburger Stadtteils Petrzalka. Das Gebiet, das nahe der österreichischen Grenze liegt, bietet aufgrund seiner hohen Bevölkerungsdichte, der höchsten der ganzen Slowakei, viel Erzählstoff. So berichtet etwa die 36-Jährige Andrea: "Hier können sie das Kind nicht schützen, sie müssen es zu Hause einsperren... Ich lebte hier zwei Jahre und bin fast wahnsinnig geworden. Wir haben aus dem Fenster geschaut und nur Häuser, Häuser und wieder Häuser gesehen. Mein Sohn ist gar nicht rausgegangen."

Weiters bietet das Festival "Polnische Pantomime" (19.11.) eines jungen Kabaretts sowie die deutsche Fassung des polnischen Theater- und Kino-Hits "Testosteron" (14.11.), das musikalisch tänzerische Verhör "Alibi" aus Ungarn und am 5. November "T.E.S.T." vom ungarischen Choreographen Krisztian Gergye, der zwischen physischem Theater und Tanz den weiblichen Körper erforscht. (APA)

4. - 22. November

Link
www.theaterbrett.at

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