Pilz produziert aus Pflanzenresten dieselähnlichen Treibstoff

4. November 2008, 01:10
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Eine vielversprechende Quelle für Biotreibstoffe aus nicht-fossilen Energiequellen

London - Im südamerikanischen Regenwald haben US-Forscher einen Pilz entdeckt, der einen dieselähnlichen Treibstoff herstellt. Der Pilz namens Gliocladium roseum produziert aus Pflanzenresten ein Gemisch von Kohlenwasserstoffen. Darüber berichten die Wissenschafter von der Montana State University in der Novemberausgabe des britischen Fachjournals "Microbiology" (Bd. 154, S. 3319). Der neu entdeckte Pilz sei damit eine vielversprechende Quelle für Biotreibstoffe aus nicht-fossilen Energiequellen.

Die Forschergruppe um den Botaniker Gary Strobel entdeckte den Treibstoffproduzenten in einer chilenischen Scheinulme, einer Baumart aus Chile. Zwar sind Mikroorganismen, die Kohlenwasserstoffe produzieren, nichts Neues. Doch Gliocladiums Verbindungsmix sei dem handelsüblichen Diesel viel ähnlicher, als man bisher bei anderen Pilzen und Bakterien beobachtet habe, berichtet Strobels Gruppe. Die Wissenschafter nannten das neue Treibstoffgemisch daher Mykodiesel, nach dem griechischen Wort myces für Pilz.

Verdauung von Stängeln und Sägemehl

"Gliocladium roseum macht Kohlenwasserstoffe direkt aus Cellulose, der Hauptkomponente in Pflanzen und Papier", betonte Strobel. Und damit verdaue der Pilz auch Stängel und Sägemehl. Fast 430 Millionen Tonnen Pflanzenabfall würden jedes Jahr in der Landwirtschaft entstehen. Andere Mikroben könnten daraus nur dann Treibstoff produzieren, wenn ein weiterer Verarbeitungsschritt zwischengeschaltet würde. Gliocladium könne die Produktion von Biotreibstoffen also stark vereinfachen. (APA/dpa)

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