
Demonstrative Nähe zur Arbeiterschaft: Barack Obama (li.) und John McCain.

Barrack Obama zieht die Massen an: Am Sonntag versammelte er rund zwanzigtausend Anhänger im Nippert Stadion am Campus der Universität von Cincinnat.

John McCain, hier bei einer Wahlkampfveranstaltung am frühen Montagmorgen in Miami, Florida, bleibt wider aller Umfrage unerschütterlich siegesgewiss.
Der eine kämpft gegen vorzeitige Resignation, der andere gegen voreilige Siegesgewissheit: John McCain und Barack Obama rennen von konträren Positionen aus gegen den Eindruck an, das Rennen sei schon gelaufen.
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Es wirkt, als sei er aufgezogen. Aus den Lautsprechern dröhnen anfeuernde Klänge, Filmmusik, Rocky, der Boxer, wie er das verloren geglaubte Duell gegen den sowjetischen Riesen noch dreht. John McCain steigt aus seinem Bus, dem "Straight Talk Express", und rennt aufs Podest. Er reckt die Arme, die er seit Vietnam nicht mehr über den Kopf heben kann, in die Waagerechte. Er hebt beide Daumen, schneidet fröhliche Grimassen, dann stößt er die Fäuste nach vorn. Alles ist einem Leitmotiv untergeordnet, dem großen Comeback des harten Kämpfers.
John Warner, ein Republikaner alter Schule, hat noch einmal von McCains Tagen im "Hanoi Hilton" erzählt, dem Kriegsgefangenenlager, in dem der Bomberpilot fünfeinhalb Jahre saß. Warner ist ein Kritiker George W. Bushs. Er war Marineminister, als McCain 1973 aus Vietnam zurückkehrte, an Krücken humpelnd. Er spricht von Ehre und Größe und stimmt einen Sprechchor an: "Country first! Politics last!" So sei er, der Kandidat, sagt Warner. Das Land setze er an erste, die Politik an letzte Stelle.
Um Inhalte geht es nicht mehr. Es geht um ein Sichaufbäumen, um die Konterattacke des Zurückliegenden, um den Versuch, die sprichwörtlichen Sympathien der Amerikaner für einen Underdog auszuschlachten. "Steht auf, steht auf, steht auf und kämpft", heizt McCain der Menge ein. "Nichts ist hier unvermeidlich. Wir geben nie auf. Wir verstecken uns nie vor der Geschichte. So, und jetzt gewinnen wir diese Wahl."
Es ist so etwas wie ein Trotzreflex, auf den der 72-Jährige in der Schlussrunde hofft. Eine jähe Gefühlswende, die sich gegen den Favoriten Barack Obama richtet. In Springfield, Virginia, hat sein Team bewusst eine schlichte Kulisse gewählt. McCain redet vor der Laderampe eines Lagerhauses, bemüht, ein proletarisches Grundgefühl à la Rocky zu vermitteln. "Mac is back", steht auf den Postern. "Mac ist zurück" - es ist dieselbe Parole, die der Senator aus Arizona schon zum Vorwahlauftakt im Jänner plakatieren ließ. Man hatte ihn abgeschrieben, er feierte ein glänzendes Comeback. Irgendwie will er dieses Winterwunder im Herbst wiederholen.
In sieben Bundesstaaten könnte das Rennen mit hauchdünnem Ergebnis enden: Florida, Indiana, Missouri, Nevada, North Carolina, Ohio, Virginia. Es sind die Staaten, auf die sich beide Kontrahenten im Endspurt konzentrieren.
Obama zieht in Cleveland, Ohio, noch einmal alle Register. Vorgestellt wird er von Bruce Springsteen. "Ich will meinen Traum zurück! Ich will mein Amerika zurück!", ruft der Rockbarde. Also gelte es, noch einmal die Ärmel hochzukrempeln für Barack Obama. Springsteen umarmt den gertenschlanken Senator. Es ist ein starkes, gut inszeniertes Symbol: hier der singende Held der Arbeiterklasse, dort der grazil gebaute Harvard-Jurist, von dem McCains Truppe behauptet, er verstehe Amerikas Arbeiterschaft nicht.
Obama seinerseits fürchtet, dass sich seine Anhänger zu früh im sicheren Gefühl des Sieges wiegen könnten. "Glaubt nicht eine Sekunde lang, dass diese Wahl vorbei ist", ruft Obama. "Denkt nicht für eine Minute, dass sich die Macht mit ihrer Niederlage abfindet. Wir müssen arbeiten, als hänge unsere Zukunft allein davon ab, was wir tun in diesen allerletzten Tagen." (Frank Herrmann aus Springfield/DER STANDARD, Printausgabe, 4.11.2008)
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derStandard.at berichtet live: Spannender Kampf um Schlüsselstaaten - Mit dem Sieg in Ohio wendete sich das Blatt für Obama
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zumindest macht es das verhältniswahlrecht ein bissl schwerer, daß eine gruppierung/ein lager seine vorstellungen ungebremst durchsetzt... bei aller berechtigter kritik an unserer realverfassung bin ich auch froh in österreich zu leben (das war jetzt übrigens kein amerikabashing...)
Gestern war eine Doku auf RTL über das Leben in den USA. Die Staaten sind eigentlich ein Entwicklungsland, rückständig in allen Bereichen, die den "normalen" Bürger angehen. Das diese USA eine "Weltmacht" sein wollen, ist eigentlich lächerlich.
... uns nicht schwer, mit einem Kamerateam ein paar Menschleben der Kategorie "Hoffnungslos" oder "Redneck" einzufangen und es so darzustellen, als wäre für das ganze Land Hopfen und Malz verloren.
Die USA haben auch starke und auch gute und vorbildliche Seiten. Und natürlich auch für uns beängstigende und abgründige Seiten, es ist alles nur eine Frage der Perspektive. In einigen Bereichen gibt es - sie haben recht - großen Aufholbedarf. Anderseits gibt es auch genug der guten Dinge dort, die auch uns zum Vorbild gereichten.
entschuldigen sie bitte. wer über die schlagkräftigste armee der welt verfügt, ist weltmacht. technologie, geld, religöser fanatismus und patriotismus als fundament. und ein ausbildungssystem, das darauf abzielt, aus der gesellschaft heraus soldaten rekrutieren zu können, die davon überzeugt sind, dass töten und freiheit kein widerspruch sind.
und Hart's Location in New Hampshire haben bereits um Mitternacht (6:00 MEZ) gewählt.
Das Ergebnis in Dixville Notch:
Obama - 15 Stimmen (Kerry - 7)
McCain - 6 Stimmen (Bush - 19)
Das Ergebnis in Hart's Location:
Obama - 17 Stimmen (Kerry - 14)
McCain - 10 Stimmen (Bush - 16)
Ron Paul - 2 Stimmen (write-in)
http://www.wmur.com/index.html
Schaut also nach Obama-Erdrutsch aus, denn die beiden Dörfer haben eine extrem republikanische Wahlgeschichte. Heute Nacht wissen wir mehr ...
Bush sen. : "Ich hab einen Albtraum gehabt. In 20 Jahren ist Osama bin Laden Präsident von Amerika."
Darauf Bush jun. : "Das ist noch gar nichts. Mir hat geträumt, in 20 Jahren lautet die Schlagzeile der New York Times : Wieder Unruhen an der kanadisch-mexikanischen Grenze."
"In sieben Bundesstaaten könnte das Rennen mit hauchdünnem Ergebnis enden: Florida, Indiana, Missouri, Nevada, North Carolina, Ohio, Virginia. Es sind die Staaten, auf die sich beide Kontrahenten im Endspurt konzentrieren."
stimmt so zum glück nicht ... denn selbst wenn obama diese staaten alle verliert, würde er trotzdem noch gewinnen ... da muss mccain schon noch was zusätzliches aus dem ärmel ziehen ...
Ich drücke Barack Obama die Daumen, egal ob mit 1 Stimme oder mit 20% Vorsprung, wichtig ist für die USA und die ganze Welt, dass 8 Jahre republikanischer Wahnsinn vorbei sind...
Mc Cain ist zwar ein guter Kämpfer, hat aber wie George W. keine Ahnung und keinen Intellekt, Palin also Vize ist sowieso unvorstellbar!!!
Daher wünsche ich mir und der Welt, dass Barack Hussein Obama morgen abend zum 44. Präsidenten der USA erklärt wird!
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